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Albrecht-Erben klagen
Schadenersatz-Prozess gegen Achenbach wird neu aufgerollt

Hintergrund: Das ist Helge Achenbach
Hintergrund: Das ist Helge Achenbach FOTO: Endermann, Andreas
Düsseldorf. Der verurteilte Kunstberater Helge Achenbach muss erneut vor Gericht. Im Schadenersatz-Prozess gegen ihn wird neu verhandelt. Die Familie des gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht will fast 25 Millionen Euro von ihm.

Der millionenhohe Schadenersatz-Prozess gegen den verurteilten Kunstberater Helge Achenbach wird neu aufgerollt. Am Dienstag werde das Verfahren am Landgericht Düsseldorf neu verhandelt, teilte eine Gerichtssprecherin am Montag mit. Es geht um 24,6 Millionen Euro, die die Familie des gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht einfordert (Az: 6 O 280/14). Achenbach sei zu der Verhandlung nicht geladen, sagte die Sprecherin. Zuerst hatte die "Bild-Zeitung" darüber berichtet.

In einem ersten Zivilprozess war der heute 65 Jahre alte Achenbach Anfang 2015 wegen Betrugs beim Verkauf von Kunst und Oldtimern an Berthold Albrecht zur Zahlung von 19,4 Millionen Euro Schadenersatz verurteilt worden. Die Albrecht-Familie hatte ihre Zivilklage später noch einmal um mehrere Millionen erhöht.

Das Oberlandesgericht hatte das Urteil gegen Achenbach in der Berufung als "unzulässiges Teilurteil" eingestuft und an das Landgericht zurückverwiesen. Zur Begründung hieß es, dass auch zwei von Achenbachs damaligen Firmen seinerzeit verklagt worden waren, aber nur Achenbach verurteilt wurde.

Achenbach zu sechs Jahren Haft verurteilt

Achenbach war im Frühjahr 2015 wegen Millionenbetrugs an seinem 2012 gestorbenen Duzfreund Albrecht zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Inzwischen ist der einst einflussreiche Kunstberater im offenen Vollzug. Achenbachs Firmen sind insolvent, die Kunstsammlung wurde zwangsversteigert.

Die Albrecht-Erben führen allerdings noch weitere Zivilprozesse gegen Achenbach. Gleich im Anschluss an die 24,6-Millionen-Klage geht es am Dienstag in einem weiteren Verfahren laut Landgericht um eine Forderung in Höhe von fast 5,3 Millionen Euro gegen Achenbach und dessen Insolvenzverwalter. Hintergrund sei ein Oldtimer-Kauf durch Berthold Albrecht bei einem Autohändler. Auf das Geschäft soll Achenbach Einfluss genommen haben.

Auch das Verfahren um den Verkauf von vier Bronzeskulpturen des Künstlers Juan Muñoz wird am Dienstag mit Zeugenaussagen fortgesetzt. Dabei fordern die Albrecht-Erben von Achenbach und dessen Ex-Frau Dorothee Achenbach 980.000 Euro zurück. Nach Ansicht der Albrecht-Familie handelt es sich um nicht autorisierte Nachgüsse.

(lnw/lis)
 
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