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Düsseldorf
So wird man Kontrolleur am Flughafen

Düsseldorf: So wird man Kontrolleur am Flughafen
Die ansteigende Zahl der Passagiere verlangt den Sicherheitskräften alles ab. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Es gibt nicht genügend Sicherheitskräfte für die gestiegene Anzahl der Passagiere: Das ist das große Problem am Düsseldorfer Airport. Also muss der Dienstleister Kötter, der die Kontrollen im Auftrag der Bundespolizei durchführt, mehr Personal bereitstellen. Von S. Geilhausen und L. Ihme

Doch die Rekrutierung ist schwierig und dauert. Gleichzeitig können andere Stellen wie die Bundespolizei nur schwer eingreifen. Die wichtigsten Fragen zum Jobprofil der Kräfte im Überblick:

Das sind die Voraussetzungen für den Kontrolleurs-Job. FOTO: Verdi/Kötter, dpa-Infografik

Wer darf an den Kontrollen arbeiten? Koffer durchleuchten und Passagiere kontrollieren dürfen nur Personen, die eine Ausbildung zum Luftsicherheitsassistenten gemäß Paragraf 5 des Luftsicherheitsgesetzes erfolgreich absolviert haben.

Wie wird man Luftsicherheitsassistent? Der Sicherheitsbereich ist ein empfindlicher Bereich. Schließlich geht es darum, bei den Kontrollen auszuschließen, dass gefährliche Güter, die das Leben der Passagiere gefährden, an Bord des Flugzeuges kommen. Wer dort arbeiten will, darf deshalb nicht vorbestraft sein und muss ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis vorweisen. Wer sich für die Ausbildung bewirbt, muss sich zunächst einer Sicherheitsüberprüfung unterziehen. Die fachlichen Anforderungen sind weniger hoch: Bewerber müssen zum Beispiel gut Deutsch können und mindestens 21 Jahre alt sein.

Wie lange dauert die Ausbildung? Drei Monate lang wird man zum Luftsicherheitsassistenten ausgebildet. Weil Bewerber aber vorher die besagte Sicherheitsüberprüfung bestehen müssen, dauert es insgesamt sechs Monate, bis neue Kräfte einsatzbereit sind. Am Ende der Ausbildung müssen die Bewerber eine Prüfung unter Aufsicht der Bundespolizei bestehen. Laut Verdi fällt gut die Hälfte dabei durch, die Anforderungen der Polizei sind hoch. Erst wer Sicherheitsüberprüfung und Abschlusstest besteht, ist arbeitsfähig. Um 100 Kräfte zu rekrutieren, so schätzt Verdi, muss es im Vorfeld insgesamt 600 Bewerbungen geben.

Was verdienen die Kontrolleure? Kötter zahlt einen Stundenlohn von 16,55 Euro. Was die Stelle jedoch für viele Bewerber unattraktiv macht, ist, dass die Firma derzeit nur Teilzeitstellen von 120 bis 140 Stunden im Monat ausschreibt. Der Grund: Gerade werden zwar viele Kräfte gebraucht, im Winter aber sieht das anders aus. Verdi fordert deshalb eine Umstellung des Systems: Statt die Personalsituation immer nur an das aktuelle Passagieraufkommen anzupassen, soll Kötter von der Bundespolizei ein festes Kontingent an Kontrollstunden für das ganze Jahr zugesichert bekommen.

Warum hat die Bundespolizei nicht früher geholfen? Das hat zwei Gründe: Zum einen haben die Polizisten nicht die Freigabe nach Paragraf 5 des Luftsicherheitsgesetzes. Sie dürfen deshalb nicht bei der Kontrolle helfen. Zum anderen kann die Polizei erst dann eingreifen, wenn ihr Dienstleister offiziell um Hilfe bittet. Das ist erst jetzt geschehen.

Quelle: RP
 
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