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Düsseldorf
Sparkasse übernimmt nur zehn Azubis

Düsseldorf: Sparkasse übernimmt nur zehn Azubis
Zentrale der Sparkasse an der Berliner Allee. Hier wurde die Schließung von 18 Filialen bis zum Jahr 2019 am Montag verkündet. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Die Lehrlinge der Stadtsparkasse sind die ersten, die von der Schließung von 18 Filialen betroffen sind. Weniger als die Hälfte der 25 Azubis wird übernommen - und diese auch nur befristet. Die Kritik an der Filialausdünnung ist groß. Von Thorsten Breitkopf und Nicole Lange

Eine Lehrstelle bei der Stadtsparkasse Düsseldorf galt lange Zeit als sichere Bank für junge Leute. Bis vor Kurzem war es üblich, dass allen Auszubildenden eines Jahrgangs eine Weiterbeschäftigung in dem öffentlich-rechtlichen Institut angeboten wurde. Damit unterschied sich das Haus grundlegend von den verschiedenen privaten Großbanken. Es gab für die Sparkasse sogar zeitweise das Problem, dass meist die besten eines Azubi-Jahrgangs trotz des Jobangebots lieber gingen, um zu studieren.

Jetzt werden von 25 Lehrlingen nur zehn übernommen, das bestätigte ein Sparkassensprecher auf Anfrage. Nach Informationen unserer Redaktion war den Azubis zu Beginn ihrer meist dreijährigen Ausbildung noch die Übernahme aller Lehrlinge zugesagt worden. Später dann hieß es von der Bank, so berichten mehrere Betroffene, kein einziger Lehrling werde übernommen. Unter den Azubis habe große Verunsicherung über ihre Zukunft geherrscht, heißt es.

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Wer die Ansage tätigte, dass erstmals niemand übernommen würde, war gestern noch unklar. Die betreffenden Ausbilder waren nicht im Dienst. Zur Freude eines Teils der Auszubildenden verkündete Sparkassenchef, dass nun doch zumindest einem Teil der Lehrlinge eine feste Stelle im Privatkundenbereich angeboten werde. Nach RP-Informationen sind diese auf zwei Jahre befristet.

Die Auszubildenden sind die ersten Opfer der geplanten Filialschließungen bei der Stadtsparkasse Düsseldorf. Sparkassenchef Arndt Hallmann hat Anfang der Woche mitgeteilt, dass 18 Filialen der Bank in den kommenden vier Jahren geschlossen werden. Fünf davon werden ersatzlos gestrichen, die restlichen 13 werden in Selbstbedienungsstandorte umgewandelt, in denen nur Automaten stehen, aber keine Mitarbeiter mehr arbeiten. Bis 2019 sollen 70 Stellen gestrichen werden.

Es mehrt sich die Kritik an dem geplanten Rückzug aus der Fläche in Düsseldorf. Der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Lohausen, Klaus Krey, kündigte Protest gegen die Schließung der Filiale in seinem Stadtteil an. Er werde auch den örtlichen Heimat- und Bürgerverein ins Boot holen und das Unternehmen auffordern, die Entscheidung zu überdenken. "Ein Bank-Automat und ein Konto-Auszugsdrucker sind für die Menschen hier einfach zu wenig", sagte er. Zumal es in der Filiale immer voll sei, man ohne Termin kaum eine Beratung bekommen könne: "Der Bedarf ist also eindeutig da." Auch für die Messe-Gäste, die in Lohausen übernachten, sei die Sparkasse ein wichtiger Service.

Auf RP Online diskutieren viele Leser über die Notwendigkeit der Filialen. Viele argumentierten, besonders ältere Kunden seien auf nahe Filialen angewiesen. Sie kritisieren, dass die Sparkasse auch ihre erhöhten Gebühren mit dem dichten Filialnetz begründet habe. Dies sei nun nur noch eine Ausrede, schrieb ein Leser. Die Sparkasse begründete die Schließungen mit einem anderen Kundenverhalten durch Online-Banking und sinkenden Erträgen durch niedrigere Zinsen.

Quelle: RP
 
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