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Stau-Chaos droht
Stadt sperrt Großkreuzung in der Düsseldorfer City

Düsseldorf sperrt Großkreuzung - Stau-Chaos droht
Die Kreuzung Berliner Allee/Graf-Adolf-Straße wird am Tag von 60.000 Autos passiert. Sie wird im Januar voll gesperrt. FOTO: Bernd Schaller
Düsseldorf. Das Nadelöhr Berliner Allee/Graf-Adolf-Straße wird umgebaut - und dann noch verkehrsreicher. Für den Umbau wird die Kreuzung komplett gesperrt, nach Informationen der RP vom 4. bis 21. Januar. Von Arne Lieb

Kurz vor dem Start der Wehrhahn-Linie steht Düsseldorf eine weitere Baustelle in der Innenstadt bevor - und als Folge droht ein Stau-Chaos. Im Januar wird die Kreuzung von Berliner Allee und Graf-Adolf-Straße für zweieinhalb Wochen komplett gesperrt. Dann kann auch keine Bahn dort fahren - die Rheinbahn arbeitet noch an einem Konzept. Es sollen ersatzweise Busse eingesetzt werden.

Sie gehört zu den verkehrsreichsten Innenstadt-Kreuzungen - und zu den am schlechtesten funktionierenden. Eigentlich sollten die neuen Gleise längst liegen, aber es fehlten Bauteile. Deshalb fällt der mit 2,5 Millionen Euro veranschlagte Umbau nun ausgerechnet in den verkehrsreichen Januar. Die Stadt erarbeitet derzeit einen Plan mit weiträumigen Umleitungen, der in Kürze vorgestellt werden soll.

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Mit dem neuen Netzplan werden ab 20. Februar dann noch mehr Straßenbahnen die Problem-Stelle passieren. Ihre Zahl steigt in der Hauptverkehrszeit von 60 auf 66 pro Stunde. Das Amt für Verkehrsmanagement hofft aber, durch eine neue Ampel-Schaltung den Verkehrsfluss trotz dieser Mehrbelastung zu verbessern. Leiterin Andrea Blome kündigt eine "flexiblere Signalsteuerung" an, durch die Autos schneller vorankommen, wenn gerade keine Bahn im Kommen ist. Auf diese Weise soll die Wartezeit möglichst gering gehalten werden.

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Fotos: Historische Bilder: Großbaustellen in Düsseldorf FOTO: Stadtarchiv Düsseldorf

Der Umbau ist nötig, weil die Berliner Allee im neuen Rheinbahn-Netz an Bedeutung gewinnt. Denn mit dem Start der Wehrhahn-Linie werden auch für viele bestehende Bus- und Bahnverbindungen neue Wege gelten. Eine wichtige Veränderung ist, dass die oberirdischen Gleise durch die Altstadt wegfallen. Als Folge fahren drei Straßenbahnlinien über die Berliner Allee, bislang ist es eine.

Die Linie 706, die einen neuen Weg fährt, wird dabei künftig nach rechts in die Graf-Adolf-Straße einbiegen - dafür ist eine neue Gleisverbindung nötig, die nun gebaut werden soll. Zugleich entfällt der Abbieger für die Linie 715 (sie fährt im neuen Netz ebenfalls eine andere Strecke und wird in 705 umbenannt).

Auf der Kreuzung treffen sich zwei der am meisten belasteten Achsen für den Autoverkehr: von der Corneliusstraße in Richtung Innenstadt und vom Hauptbahnhof in Richtung Landtag. Mehr als 60.000 Fahrzeuge passieren die Kreuzung an jedem Werktag, sie verteilen sich etwa zu gleichen Teilen auf die beiden Achsen. Für Autofahrer wird der Umbau der Kreuzung eine Einschränkung mit sich bringen: Es wird künftig nicht mehr möglich sein, von der Berliner Allee aus Richtung Innenstadt nach links in die Graf-Adolf-Straße einzubiegen.

Die Kreuzung steht nicht nur wegen ihrer Bedeutung immer wieder im Fokus, sondern auch wegen des schlechten Verkehrsflusses. An einer der Hauptursachen wird sich auch durch die neue Ampel-Schaltung wahrscheinlich wenig ändern. Das Problem: Autos fahren immer wieder zu weit in die breite Kreuzung vor, müssen dort halten und blockieren den kreuzenden Verkehr. Auch von der Rheinbahn heißt es, die Straßenbahnen kämen an der Stelle oft kaum durch, wenn sie sich nicht auch durchdrängeln.

Immer wieder hatte es um die Kreuzung deshalb politische Diskussionen gegeben. Eine Lösung ist immer noch nicht abzusehen. Eine rote Schraffur auf der Kreuzung, um die Verkehrsteilnehmer zu sensibilisieren, ist laut Amtsleiterin Blome nicht zulässig. Mehr Kontrollen seien auf dem engen Raum kaum realisierbar. "Wenn die Polizei Autofahrer herauswinkt, entstehen gefährliche Situationen", sagt Blome.

Quelle: RP
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