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Streit in Düsseldorf
Baum versus Bau

Düsseldorf: Streit um Kö-Platanen am Tritonenbrunnen: Baum versus Bau
Die Platanen, die links und rechts an den Tritonenbrunnen grenzen, sollen gefällt werden. FOTO: Lisa Kreuzmann
Düsseldorf. An der Düsseldorfer Kö kommen sich der Tritonenbrunnen und die Platanen in die Quere. Seit Jahren streiten deshalb Umweltschützer und Denkmalpfleger. Jetzt sollen zwei Kö-Platanen gefällt werden. Alternativlos? Von Lisa Kreuzmann

Der Tritonenbrunnen stammt aus einer Zeit, in der sein Freund der Baum gleichberechtigt war. Um 1900 herum sollten Baum und Mauer, Mensch und Natur erstmals im Einverständnis miteinander leben, sich stützen und zur Seite stehen.

Und so haben es der Tritonenbrunnen und die beiden angrenzenden Kö-Platanen auch jahrelang gehalten. Ein romantisches Naturverständnis, das vielmehr das Gefühl als den Verstand bedient. Im Jahr 2017 kehrt die Ratio zurück. Verstand ist gefragt, Sachverstand um genau zu sein. Aber genau daran mangele es der aktuellen Debatte. "Da sind wir wirklich Besseres gewohnt", tadelte Rüdiger Gutt (CDU) am Montag im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen. Zeit, die wichtigsten Fragen im Kampf Baum gegen Mauer zu klären.

Was ist das Problem? Die Wurzeln der Bäume drücken gegen die beiden seitlichen Stützmauern des Brunnens, so dass das Mauerwerk bereits in Richtung des Grabens verschoben und beschädigt wurde. Der westliche Baumstamm ist bereis an die Mauer herangerückt. Schmuckvasen mussten aus Sicherheitsgründen abgebaut werden. Bei Schwankungen des westlichen Baumes bewegt sich auch die Mauer. Dadurch können weitere Risse im Mauerwerk entstehen.

Was fordert die Politik? Vor allem eine bessere Informationspolitik. "Die Vorlage ist sehr mager", kritisierte Klaudia Zepuntke (SPD) am Montag die Informationsvorlage der Verwaltung. Schon 2013 forderten die Fraktionen die Verwaltung auf, Maßnahmen zum Erhalt des Tritonenbrunnens vorzuschlagen, mit dem Ziel die denkmalgerechte Sicherung der Balustrade bei gleichzeitigem Erhalt der Platanen zu ermöglichen.

Was schlägt die Verwaltung vor? Federführend in der Entscheidung ist das Kulturamt, das drei Gutachten in Auftrag gegeben hat mit dem Ergebnis: Die Platanen müssen weg.

Warum können nicht Bäume und Brücke erhalten werden? Laut Gutachten der Landwirtschaftskammer NRW vom Januar 2015 wird den beiden Platanen eine Reststandzeit von 30 bis 40 Jahren attestiert. "Viele Leute haben kein Verständnis dafür, dass gesunde Bäume gefällt werden sollen", sagte Ingrid Landau von den Grünen am Montag im Ausschuss. Die Grünen-Fraktion und die Baumschutzgruppe Düsseldorf schlagen deshalb vor, die Mauer an der betroffenen Stelle zurückzubauen und so die Bäume erhalten zu können. Laut Kulturamt sei das aber nicht möglich, da laut Gutachten eine Veränderung an den Mauern einen Eingriff in die Baumstatik und somit in die Standsicherheit der Platanen bedeuten würde.

Ist die Fällung der Bäume tatsächlich alternativlos? Laut Kulturamt seien neben dem Abbau der Mauer noch zwei weitere Alternativen erwogen worden: Die Sicherung der Stützmauern durch eine neue Anböschung sowie die Anbringung einer neuen Absturzsicherung. Beide Pläne seien vom Amt für Denkmalpflege, das dem Landschaftsverband Rheinland unterstellt ist, jedoch nicht genehmigt worden.

Quelle: RP
 
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