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Düsseldorf
Fünf Tipps für biologische Vielfalt im Garten

Düsseldorf: Tipps für biologische Vielfalt im Garten
Ein Distelfalter sitzt auf einer Winterdost-Blüte. FOTO: NABU
Düsseldorf. Die Zahl der Insekten und Vögel ist den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen. Der Naturschutzbund Nabu und der VHS-Biogarten erklären, was Garten- und Balkonbesitzer tun können, um Tieren Rückzugsräume anzubieten. Von Sonja Schmitz
  1. Die beliebte Standardausstattung für Balkone wie Petunien oder Geranien bieten Insekten nur wenig Nutzen. Wer dagegen auf heimische Wildstauden setzt, der bietet diesen Tieren gleichzeitig einen Futterplatz, Gelegenheit zum Nisten und Überwintern. Beispielsweise mit Samenmischungen von Wildblumen können Naturfreunde im Balkonkasten einjährige Arten heranziehen, wie sie am Ackerrand blühen. Dazu zählen Klatschmohn, Kornblume, Kornrade, Adonisröschen, Margerite oder Saatwucherblume, empfiehlt der Nabu. Weil man auf dem Balkon häufig mehr Platz in der Höhe als in der Fläche hat, können Schling- und Rankpflanzen kahle Fassaden begrünen, Sichtschutz oder lauschige Nischen schaffen. Als einjährige Kletterpflanzen bieten sich Kapuzinerkresse, Duftwicke oder die Schwarzäugige Susanne an. Bei den mehrjährigen sind es Wilder Hopfen, Waldrebe, Geißblatt oder an schattigen Standorten Efeu.
  2. Gisela Redemann vom VHS-Biogarten bringt es auf eine einfache Formel: "Je vielfältiger der Garten gehalten ist, desto vielfältiger findet sich Leben ein." Bäume und Sträucher bieten Vögeln Nistplätze, Schutz und Nahrungsquelle. Wildstauden liefern im Frühling, wenn sie blühen, Insekten Nahrung, sagt Redemann. Später im Jahr, wenn sie Früchte tragen, finden Vögel dort Futter. So freuen sich Grünfink und Rotkehlchen beispielsweise über den Holunder. Wer die abgeblühten Samenstände stehenlässt, sorgt ebenfalls für natürliches Vogelfutter. Liegengelassenes Laub bietet den Tieren die Möglichkeit, dort nach Würmern und Käfern zu suchen. Wer dann noch Höhlenkästen für Vögel wie Kohlmeise, Sperling, Star oder Trauerschnäpper im Garten platziert, gibt ihnen zusätzliche Nistmöglichkeiten.
  3. Wer es mag, Wildbienen und Schmetterlingen bei ihrer Nahrungssuche zuzuschauen, der kann die Insekten mit den richtigen Pflanzen anlocken. Schmetterlinge etwa haben eine Vorliebe für Sommerflieder, auch Schmetterlingsstrauch genannt, der gut als Kübelpflanze gedeiht. Gartenbesitzer können mit Pflanzen wie Wilder Malve, Großer Sterndolde, Wiesensalbei eine sogenannte Schmetterlingsspirale bauen. Diese speziell angeordnete Zusammenstellung von Pflanzen lädt schillernde Besucher wie Tagpfauenauge, Faulbaum-Bläuling und Malven-Dickkopffalter ein. Wildbienen, die für Menschen harmlos sind, finden Nektarquellen in verschiedenen Glockenblumen-, Ziest- und Fetthennenarten, Färberkamille, Wollige Strohblume oder Ziertabak. Aber auch Küchen- und Gewürzkräuter, die sich gut auf dem Balkon halten lassen, wie Salbei, Melisse, Fenchel und Bohnenkraut sind bei Wildbienen wie Menschen beliebt. Wer ein Herz für Hummeln hat, pflanzt Kugeldisteln.
  4. Naturnahes Gärtnern schließt auch die Auswahl von umweltverträglich entstandener Erde mit ein. In vielen Plastiksäcken mit der Aufschrift "Erde" steckt allerdings viel Torf. Der Nabu weist darauf hin, dass beim Abbau von Torf wertvolle Moorlandschaften verloren gehen. Was viele nicht wissen: Moore sind ein sehr effektiver und wichtiger Speicher von Kohlenstoffdioxid. Werden sie zerstört, setzen sie hohe Mengen klimaschädlicher Gase frei. Im Zweifelsfall deshalb im Gartencenter oder Baumarkt nach torffreier Erde fragen.
  5. Wer Vögel und Insekten nicht schaden will, der sollte beim Gärtnern auf glyphosathaltige Mittel verzichten. Sie werden eingesetzt, um Unkraut zu beseitigen. Ob sie für Tiere und Menschen unschädlich sind, ist umstritten. Der Nabu gibt deshalb Tipps, wie man am besten unerwünschte Wildkräuter, die sich schnell ausbreiten, vermeidet: Vom Humus die Finger lassen, weil er unzählige Wildkräutersamen enthält.
Quelle: RP
 
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