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Düsseldorfer Rheinbahn
"Keine logische Erklärung" für Entgleisung

U71 an Heinrichstraße entgleist
U71 an Heinrichstraße entgleist FOTO: Marc H.
Düsseldorf. Nur zwei Meter entfernt von der Stelle, an der am Sonntag bereits eine Bahn entgleist war, ist am Dienstag wieder ein Wagen aus dem Gleis gesprungen. Die Rheinbahn kann sich das nicht erklären. Das Gleisstück wurde vorerst gesperrt.  Von Arne Lieb und Verena Patel

Zwei Tage nach dem ersten Unfall ist erneut ein Wagen der neuen U-Bahn-Linie U71 entgleist. In einer Gleiskreuzung in der Wendeschleife an der Heinrichstraße sprang die hinterste Achse des letzten Wagens am Mittag gegen 12.30 Uhr aus dem Gleis - nur zwei Meter entfernt von der Stelle, an der am Sonntag ein Zug entgleist war. Fahrgäste befanden sich nicht an Bord. Der Wagen wurde mit Hilfe eines Hydraulikgeräts angehoben und wieder auf die Gleise gesetzt. Rund zwei Stunden dauerte es, bis die Arbeiten abgeschlossen waren. Die Rheinbahn musste die U71 währenddessen zum Staufenplatz umleiten, die Bahnen der Linie 708 fuhren zunächst ab Hauptbahnhof zum Spichernplatz. Es kam zu Verspätungen. Viele Fahrgäste waren betroffen, da auch einige Haltestellen vorübergehend nicht wie gewohnt bedient werden konnten.

Die Rheinbahn hat bislang die Ursache für den Unfall nicht gefunden. "Es gibt keine logische Erklärung, warum das jetzt passiert", sagte Schuster. Denn die betroffene Strecke ist keineswegs erst mit der Netzumstellung am Wochenende in Betrieb gegangen. Zwar wurde die Wendeschleife kürzlich umgebaut, damit wartende Bahnen einander überholen können - allerdings wurden dafür nicht die Gleise an der betroffenen Stelle verändert. Zudem sind die Arbeiten bereits seit dem Sommer abgeschlossen. Auch die Fahrzeuge vom Typ NF8U, die auf den vier neuen U-Bahn-Linien zum Einsatz kommen, sind seitdem auf der Strecke ohne Probleme gefahren. Sie verkehrten vor der Netzumstellung auf der Linie 701.

7. Dezember 2015: Eine Straßenbahn entgleist in der Altstadt. Die Strecke ist seit dem Wochenende nicht mehr in Betrieb. FOTO: Jan Franco

Nach dem ersten Vorfall am Sonntag hatte die Rheinbahn ihren Fahrern zur Sicherheit eine geringere Höchstgeschwindigkeit von zehn statt 20 Kilometer pro Stunde verordnet. Auch die half offensichtlich nicht. Nun ist das Gleisstück vorerst gesperrt. Die Bahnen wenden bis auf Weiteres, indem der Fahrer in den anderen Triebkopf wechselt und ein Stück rückwärts fährt. Die Rheinbahn stellt Streckenposten auf, um dieses Manöver zu sichern. Die 708 fährt die Station Heinrichstraße vorerst nicht mehr an, sondern endet bereits eine Station vorher am Hansaplatz.

Zugleich werden die beiden Vorfälle untersucht. Unter anderem wird dazu auch der Fahrtenschreiber ausgewertet, der zum Beispiel Hinweise auf zu schnelles Fahren geben könnte. Die Rheinbahn hofft darauf, heute erste Ergebnisse präsentieren zu können.

Straßenbahn entgleist an der Heinrich-Heine-Allee FOTO: Joris Hielscher

Es ist nicht der erste Unfall dieser Art in den vergangenen Monaten. Erst Mitte Januar war eine Bahn der Linie 708 an der Acker- / Ecke Birkenstraße aus dem Gleisbett geraten. Vier Wochen zuvor war in der Kurve vor der Haltestelle Heinrich-Heine-Allee ein Zug der Linie 706 aus den Schienen gesprungen.

Quelle: RP
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