| 15.33 Uhr

Herrenlose Tasche in Düsseldorf
Diskussion um Evakuierung der U-Bahn-Station

Düsseldorf. Hat die Rheinbahn zu langsam reagiert, als am Dienstag eine herrenlose Tasche in der Düsseldorfer U-Bahn-Station Pempelforter Straße gefunden wurde? Ein Augenzeuge sagt, die Security habe "völlig hilflos" gewirkt. Rheinbahn und Polizei widersprechen, alles sei nach Lehrbuch abgelaufen. 

Der Augenzeuge berichtete unserer Redaktion, dass er in der Nähe der verdächtigen roten Tasche gestanden habe, als diese gefunden wurde. Seiner Ansicht nach haben die anwesenden zwei Security-Mitarbeiter und ein Rheinbahn-Mitarbeiter sehr langsam reagiert. Sie seien "vollkommen hilflos" gewesen, sagt er. Er habe noch rund zehn Minuten auf seine Bahn gewartet, in denen niemand Anstalten gemacht habe, den Bahnhof zu räumen.

Sowohl Polizei als auch Rheinbahn bewerten den Ablauf anders. Rheinbahn-Sprecher Eckhard Lander hat den Ablauf rekonstruiert: "Sicherheitsleute der Stadt haben die Tasche entdeckt und unsere Technische Schaltwarte informiert, die sich wiederum an die Leitstelle gewandt hat." Die Rheinbahn-Security sei dann selber hingefahren, was wiederum ein paar Minuten gedauert habe. Da sich zudem ein "arabischer Schriftzug" auf der Tasche befunden habe, sei dann letztlich die Entscheidung zur Räumung gefallen. "Die Meldekette hat funkioniert", sagt Lander. "Niemand ist aufgefordert, hastig zu evakuieren und womöglich für Panik zu sorgen."

"Es ist nach Lehrbuch abgelaufen", sagt auch Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher. "Die Security-Mitarbeiter wissen, was zu tun ist." Es könne verstehen, dass in diesen Zeiten sensibel reagiert wird. Aber es könne "ein paar Minuten dauern", bis eine schwerwiegende Entscheidung wie die, zu räumen, nach Rücksprache der Leitstelle mit der Polizei getroffen werde. 

Die Polizei kann die Kritik "überhaupt nicht nachvollziehen". Ab dem Zeitpunkt der Alarmierung sei es "wirklich schnell und genau nach Plan" gelaufen, heißt es aus der Pressestelle. Die Tasche wurde letztlich geröngt und dann Entwarnung gegeben. Die arbabische Schrift wurde inzwischen übersetzt, sie sei ebenso wie der Inhalt und Ablageort "völlig unverdächtig". Noch habe man den Besitzer nicht ermitteln können. Nach mehreren Stunden wurde der U-Bahn-Tunnel wieder freigegeben. 

(irz)
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