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Düsseldorf wächst: Anzahl der Familien steigt

Düsseldorf: Düsseldorf wächst: Anzahl der Familien steigt
Schätzen Düsseldorf und fühlen sich in Unterbilk wohl (v. l.): Annette und Dejan Saric mit den beiden Söhnen Milan (6) und Marlon (4). FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Eine aktuelle Statistik überrascht: Die Zahl der Paare mit Kindern steigt, die der Alleinerziehenden sinkt. Der Anteil der Ein-Personen-Haushalte pendelt um 50 Prozent. Die Stadt sieht das als Beleg für eine familienfreundliche Politik. Von Jörg Janssen

Seit 2008 erhebt das Rathaus eigene Daten zur Frage, wie viele Menschen sich eine Wohnung teilen. Rund 350.000 Haushalte gibt es in der Landeshauptstadt. Die jährliche Statistik, sie reicht bis 2014, bildet neben erwartbaren Trends auch Überraschendes ab. So gibt es in Düsseldorf immer mehr Haushalte mit Kindern. In den vergangenen sieben Jahren stieg diese Zahl kontinuierlich. Von 55.364 im Jahre 2008 auf zuletzt 57.416. Zugelegt haben aber nur die Lebensgemeinschaften, bei denen Partner (mit und ohne Trauschein) mit Kindern unter einem Dach leben. 2008 war das in 40.046 Haushalten der Fall, im vergangenen Jahr waren es bereits 44.032. Dagegen sank die Zahl der Alleinerziehenden-Haushalte von 15.318 auf 13.384. "Das hat uns überrascht. Wir müssen die Einzeldaten noch genauer analysieren, um herauszufinden, woran dieser Rückgang liegt", sagt Norbert Jelonnek-Krah, stellvertretender Leiter des Amtes für Wahlen und Statistik.

Eine mögliche Ursache benennt Maria Löcken. Die 50-Jährige betreut für die Diakonie Familien, die vor besonderen Herausforderungen stehen. "Eine Mutter, die ich in der Trennungsphase begleite, wird mit ihrem Nachwuchs nach Erkrath ziehen. Die Düsseldorfer Mieten kann sie sich als künftig Alleinerziehende nicht leisten." Den Ankündigungen, mehr sozial geförderten und preisgedämpften Wohnraum anbieten zu wollen, müssten endlich Taten folgen. "Wir spüren davon nichts."

Was Düsseldorf für junge Familien dennoch attraktiv macht, bringt Annette Saric auf den Punkt. "Die freie Kita ab drei Jahren, die Erholungsgebiete wie Südpark oder Grafenberger Wald und das überragende kulturelle Angebot für Kinder sind einfach großartig." Saric, die in Wittlaer aufgewachsen ist, lebt mit Mann und Kindern in Unterbilk. Ihren "Kiez" rund um die Lorettostraße findet sie "toll". Trotzdem weiß sie, worunter junge Familien leiden. Großstadttypische Umweltbelastungen wie die Luftverschmutzung und der überbordende Verkehr seien ein Thema und natürlich die Mieten und Immobilienpreise. "Wir haben eine tolle Wohnung, aber eigentlich ist die für uns und die beiden Kinder inzwischen zu klein. Sich zu vergrößern, ist ein Problem, weil in Düsseldorf fast alles super teuer ist. Aber wegziehen möchte man auch nicht, dafür bietet die Stadt zu viel ", sagt Saric.

Stadtdirektor Burkhard Hintzsche, im Rathaus für Bildung, Jugend und Familien verantwortlich, sieht den Anstieg der Zahl junger Familien als Beleg für richtige Weichenstellungen. "Die Bertelsmann-Stiftung hat uns als erste familiengerechte Großstadtkommune in Deutschland zertifiziert. Das hat seinen Grund." Beispielhaft nennt er die überdurchschnittlichen Quoten bei der Betreuung unter Dreijähriger (demnächst 47 Prozent) und beim Offenen Ganztag (63 Prozent).

Freilich zeigt der Blick in die Statistik auch: Die weitaus meisten Düsseldorfer leben in Ein-Personen-Haushalten. 187.885 von 347.809 waren es im vergangenen Jahr. Zum Vergleich: 2013 lag diese Zahl bei 191.363.

Quelle: RP
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