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Düsseldorf
Düsseldorf wächst, Müllberg schrumpft

Düsseldorf: Düsseldorf wächst, Müllberg schrumpft
FOTO: Weber
Düsseldorf. Die Abfallbilanz zeigt Rückgänge bei fast allen Müllarten und ist zugleich Spiegelbild gesellschaftlicher Entwicklungen. Von Christian Herrendorf

Das Umweltbewusstsein der Düsseldorfer wird an einigen Stellen zu Recht kritisiert, es gibt aber auch gute Nachrichten vom Landeshauptstädter. An den Rheinufern und in den Parks bleibt eindeutig zu viel Müll liegen, auch rund um viele Altpapiercontainer erinnert manches eher an Neapel als an Düsseldorf. Die Abfallbilanz 2015 zeigt aber, dass trotz des beachtlichen Wachstums der Stadt die Müll-Gesamtmenge der Privathaushalte gesunken ist. Gewerbe und Industrie haben dagegen um mehr als 20 Prozent oder knapp 22.000 Tonen zugelegt. Die Müll-Arten im Überblick:

Gesamtmenge/Restmüll Im Jahr 2014 waren noch 247.624 Tonnen Abfall angefallen, die Zahl sank nun um mehr als 4000 Tonnen. Den größten Anteil daran hat in doppelter Hinsicht der Restmüll (schwarze Tonne). Er macht gut die Hälfte des Gesamtmülls aus und fiel um rund 1300 Tonnen. Das bedeutet, dass jeder Düsseldorfer nun statt 204 Kilogramm Abfall nur noch 198,6 Kilogramm verursacht.

Altpapier An dieser Müll-Art lässt sich gut ablesen, wie sich die Gesellschaft verändert. Da immer mehr Büros, Institute und Behörden papierlos oder papierarm arbeiten, sinkt das Aufkommen merklich. Umgekehrt fallen mehr Kartonagen an, weil die Düsseldorfer mehr Waren im Internet bestellen. Dies lässt sich daran messen, dass für Depotcontainer mehr Volumen erforderlich war. Unter dem Strich aber bleibt die gute Nachricht: Die Pro-Kopf-Menge sank in den vergangenen zehn Jahren von 61,5 Kilogramm auf 58,1 Kilogramm.

Altkleider Zu den wenigen Anstiegen in der Bilanz zählt diese Müll-Art. Zunächst liegt nahe, dass die Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge, damit in Zusammenhang steht. Diese Altkleider landeten allerdings in den Sammelstellen und Kleiderkammern und tauchen daher in der Bilanz nicht auf. Dass auch aus den Containern mehr alte Hosen und Jacken abgeholt wurden, hängt mit der verstärkten Neigung zu günstiger Wegwerfmode zusammen.

Sperrmüll Der Rückgang erscheint zunächst statistisch auffällig, ist tatsächlich aber minimal. Die Sperrmüll-Fahrzeuge sammelten vier Prozent - knapp 600 Tonnen - weniger als im Vorjahr ein, hinzu kommen aber die inzwischen separate Altholz-Sammlung (plus 216 Tonnen) und brennbare Abfälle, die zum Recyclinghof Flingern geliefert werden (plus 330 Tonnen).

Straßenkehricht Der Rückgang liegt bei 3,3 Prozent. Dies wäre leicht zu erklären, wenn die Zahl der Reinigungsfahrten reduziert worden wäre. Nach Angaben des Umweltamtes ist "der Umfang der Straßenreinigung im Wesentlichen gleichgeblieben".

Bioabfälle/Laub Auch aus dieser Statistik lässt sich ein Einschnitt in der Stadtentwicklung ablesen. Der Orkan "Ela" hat einen wesentlichen Einfluss auf die Abfallbilanz. Da viele Tausend Straßenbäume zerstört wurden, sank die Zahl des Laubs, das die Straßenreinigung sammelt, um 6,4 Prozent auf 374 Tonnen. Bioabfälle gingen um 8,4 Prozent, das Grünschnitt-Aufkommen sogar um 13,5 Prozent zurück.

Wertstoffe Die Recyclinghöfe melden eine gute Entwicklung. Die Summe der dort angelieferten Wertstoffe blieb konstant trotz des deutlichen Rückgangs beim Grünschnitt, den "Ela" ausgelöst hatte.

Quelle: RP
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