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"Probleme in der Außenwahrnehmung"
Werber soll Düsseldorfs Image retten

Das kann Düsseldorf von anderen lernen
Das kann Düsseldorf von anderen lernen FOTO: dpa, axs
Düsseldorf. Ex-Grey-Manager Frank Schrader soll den Ruf der Landeshauptstadt aufpolieren. Jetzt will Oberbürgermeister Thomas Geisel auch den Namen der DMT in DT ändern. Von Thorsten Breitkopf

Frank Schrader ist der neue Mann an der Spitze der städtischen Vermarktungsagentur Düsseldorf Marketing & Tourismus (DMT). Am Montag wurde er von der Gesellschafterversammlung einstimmig als Geschäftsführer gewählt. Den Posten tritt er im Januar an. Schrader hat sich vorgenommen, das Image Düsseldorfs zu verbessern.

Die NRW-Landeshauptstadt habe ein Problem in der Außenwahrnehmung. "Bei einer Studie der Brandmeyer Markenberatung, die unter anderem die Sympathie einer Stadt analysierte, landet Düsseldorf erst auf dem 16. Platz. Hamburg liegt vorn", sagte Schrader. Bei der Attraktivität für Städtereisende liege Düsseldorf sogar nur auf Platz 17.

Frank Schrader ist der neue Geschäftsführer der DMT. FOTO: Hans-Juergen Bauer

"Unsere Stadt wird unterschätzt", so Schrader. Es stehe ein Weg über Jahre an. Ein Stadtimage ändere man nicht kurzfristig. Am Lachenden :D will Schrader zunächst festhalten. "Die letzte Dachmarkenkampagne ist nicht konsequent umgesetzt worden", kritisierte Schrader jedoch.

Schrader soll die DMT radikal umbauen. Die Gesellschafterversammlung hat beschlossen, die DMT-Tochter "Sportagentur GmbH" an die Stadt zu verkaufen. Diese soll dann unter dem neuen Namen "Marketing Düsseldorf" eine Art Holding für diverse Gesellschaften für Düsseldorfer Marken werden. Die heutige DMT wird dann umbenannt in Düsseldorf Tourismus mit der Kurzbezeichnung DT und wäre eine Tochterfirma der neuen Marketing-Agentur.

Das sagen Touristen aus aller Welt über Düsseldorf FOTO: Kristina Thelen

Zurzeit sind neben der Stadt auch noch diverse private Investoren wie Messe, IHK oder Kreishandwerkerschaft als Minderheitsgesellschafter mit zusammen 25 Prozent an der DMT beteiligt. "Wir haben beschlossen, den Privaten anzubieten, ihnen die Anteile zum Nennwert abzukaufen", sagte Oberbürgermeister Thomas Geisel gestern. Er habe noch keine Rückmeldung, welche Anteilseigner das Angebot annehmen. Kreishandwerksmeister Thomas Dopheide sagte gestern, die Kreishandwerkerschaft wolle das erst prüfen. Die anderen Anteilseigner haben sich noch nicht geäußert.

Frank Schrader ist 57 Jahre alt und hat kein Parteibuch. Die vergangenen 13 Jahre arbeitete er bei der Düsseldorfer Werbeagentur Grey, seit 2010 leitete er deren Tochterfirma Gramm. Erst diese Woche hatte Grey-Chef Dickjan Poppema verkündet, Gramm faktisch aufzulösen. Das Geschäft wird als Grey B2B weitergeführt, die Mitarbeiter wechseln zu Grey. Frank Schrader hatte Grey im November verlassen. Ehemalige Kollegen aus der Werbebranche beschreiben Schrader als analytischen Denker und als bodenständig, weniger als einen hochkreativen Werber.

Düsseldorfs blaue Stunden FOTO: Endermann, Andreas

Unterdessen verdichten sich die Informationen, dass die bisherige DMT-Chefin Eva-Maria Illigen-Günther an die Spitze der städtischen Wohnungsbautochter SWD wechseln wird. Darüber soll deren Aufsichtsrat am Freitag entscheiden.

Quelle: RP
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