| 18.44 Uhr

Tierschützer in Düsseldorf verärgert
Widerstand gegen Riesenrad an der Königsallee

Fotos: "Wheel of Vision" dreht sich auf dem Burgplatz
Fotos: "Wheel of Vision" dreht sich auf dem Burgplatz FOTO: dpa, Horst Ossinger
Düsseldorf. Kritik an dem künftigen Betrieb des Riesenrades kommt von den Tierschützern. Die Vögel im Hofgarten könnten durch das Licht vertrieben werden. Auch Anlieger der Kö sind nicht begeistert. Das Gastspiel ist aber einmalig. Von Thorsten Breitkopf und Uwe-Jens Ruhnau

Ein Blick auf die Kö aus 55 Meter Höhe: Das verspricht der Blick aus dem Riesenrad, das noch bis zum 10. Januar auf dem Burgplatz seine Runden dreht. Ab dem 28. Januar ist der Betrieb dann für einen Monat auf dem Corneliusplatz vorgesehen. Anlass ist die Inbetriebnahme der Wehrhahnlinie nach Karneval. Nun haben sich Tierschützer zu Wort gemeldet. "Das Riesenrad wird den Hofgarten hell erleuchten. Die Vögel dort könnten panisch reagieren. Enten und Gänse haben durch den Bau von Kö-Bogen und U-Bahn eine Menge hinter sich und sollten Ruhe bekommen", sagt Monika Piasetzky, Vorsitzende des Tierschutzvereins. Stefan Bröckling vom Tiernotruf befürchtet, dass "Wasservögel, vor allem flugunfähige, den Hofgarten verlassen und dabei von Autos überfahren und getötet werden könnten".

Die Anrainer der Kö sind auch nicht begeistert. "Ich finde es wenig originell und bin irritiert, dass wir von der Stadt im Vorfeld nicht eingebunden worden sind", sagt Karl-Heinz Eiffler, Geschäftsführer der IG Königsallee. Außerdem hätten die Anrainer vor allem Interesse, dass der Corneliusplatz möglichst schnell als Gartendenkmal wiederhergestellt wird. Ablehnend sind auch die Bewohner: "Alle Düsseldorfer die ich kenne wünschen sich nach jahrelangen Strapazen und Behinderungen nun endlich das Ergebnis zügig und ohne weiteren wochenlangen Rummel zu genieße", sagt ein Bewohner der Königsallee.

Im Büro des Oberbürgermeisters geht man mit der Kritik gelassen um. "Das Lichtkonzept wird noch abgestimmt, die Details werden mit den Anliegern besprochen", sagt Stadtsprecherin Kerstin Jäckel-Engstfeld. Betreiber Oscar Bruch betont, dass alle Varianten bei der Beleuchtung des Riesenrades möglich seien. Innerer, äußerer Ring, die Streben – alles ist in LED schaltbar. Laut Pressesprecher Bernd Holzrichter ist vorletzte Woche der Direktor des Steigenberger Parkhotels angeschrieben worden, wegen seines Urlaubs werde das Gespräch nächste Woche stattfinden.

Das Gewicht des Rades über der U-Bahn stellt kein Problem dar. "Das Rad wiegt 350 Tonnen", sagt Bruch, "das Gewicht verteilt sich aber auf eine große Fläche, der Anpressdruck eines schweren Lkw ist größer." Es sei vor zehn Jahren sogar der Plan gewesen, das Riesenrad regelmäßig am Nordende der Kö aufzubauen. "Das hat der damalige OB Erwin mit Blick auf die Arbeiten für die Wehrhahnlinie jedoch schließlich abgelehnt", erinnert sich Bruch. Mit Dirk Elbers sei dann der Burgplatz als Standort ausgeguckt worden. Stadtspitze und Bruch gehen davon aus, dass das Gastspiel am Corneliusplatz einmalig bleibt

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