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Kampagne gegen Müll
Wie Düsseldorf sauberer werden will

Düsseldorf: Wie die Stadt sauberer werden will
Auch im Rheinpark gibt es zusätzliche Müllbehälter. Timo Runde und Lena Köhler gehen mit gutem Beispiel voran. FOTO: HANS-JÜRGEN Bauer
Düsseldorf. Düsseldorf will sich für den Sommer rüsten. Denn dann treibt es die Menschen wieder zum Feiern und Picknicken ins Freie. Damit sie ihren Müll anschließend ordentlich entsorgen, will die Stadt 230 zusätzliche Abfallcontainer aufstellen und eine Kampagne starten. Von Sonja Schmitz

Jahr für Jahr ist es das gleiche Spiel: Wenn es wieder wärmer wird, genießen die Menschen die Zeit im Freien, treffen sich zum Feiern und Picknicken in den Grünanlagen oder am Rhein. Immer wieder bleiben dann auf den Wiesen und neben Abfalleimern Müllreste zurück. "Restlos entspannen" heißt deshalb die Kampagne, mit der die Stadt den Bürgern dieses Verhalten austreiben möchte. Auf den Postkarten der Kampagne sorgen ein Baum und eine Mülltonne als Comic-Helden dafür, dass Müllsünder auf die richtige Spur kommen. Die Karten verteilen Promotion-Teams seit Ostern in der Stadt. Dazu gibt es für die Passanten kostenfreie Mülltüten und Luftballons.

Damit der Müll in der Tonne und nicht auf dem Rasen landet, hat die Stadt 230 zusätzliche Abfallcontainer mit 120 Litern Fassungsvermögen an vielbesuchten Orten aufgestellt: an beiden Seiten des Rheinufers, den Randbereichen der Urdenbacher Kämpe und den großen Parks. Zum ersten Mal werden in diesem Jahr auch drei Grünanlagen in den Stadtteilen berücksichtigt: der "Alte Bilker Friedhof", der Nachbarschaftspark "Am Hackenbruch" in Eller und "Am Stufstock" in Lierenfeld. Sollte sich abzeichnen, dass der Bedarf größer ist, werde man reagieren und noch in dieser Freiluftsaison weitere Behälter aufstellen, so das Umweltamt.

Zustimmung für größere Container

Als gute Maßnahme beurteilen das auch Martina Beinlich und Erika Wiatrowski, die gerne ihre Mittagspause im Park des "Alten Bilker Friedhofs" verbringen. "Das ist ein sehr sauberer und gepflegter Park, deshalb fällt Müll hier umso stärker auf", sagt Beinlich. "Wenn bisher die Tonnen voll waren, wurde oft der Müll daneben abgestellt", berichtet Wiatrowski. Sie hofft, dass nun die großen Container nicht einen Anreiz dafür bieten, dass Menschen ihren Hausmüll dort hinbringen.

Auch im Osten der Stadt werden die zusätzlichen Container für die beiden Grünanlagen begrüßt. Die Stadtverwaltung kommt damit einem Antrag nach, den die Stadtteilpolitiker von CDU und Grünen bereits vor vier Jahren gestellt hatten. Ob die Werbekampagne etwas bewirken kann, wird von vielen allerdings nicht sehr optimistisch eingeschätzt. "Wenn ich mit vollen Flaschen komme, kann ich die leeren auch wieder mitnehmen", sagt Bezirksbürgermeister Wilhelm van Leyen (CDU). Er befürchtet, dass wieder Müll neben den großen Containern landet. "Wenn wir nichts tun, würden wir damit keine Verbesserung erreichen", hält dem Michael Süßer vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) entgegen. Er sieht es nicht als Zeichen von bösem Willen, sondern von Gedankenlosigkeit der Menschen, die ihren Müll hinterlassen. Einen Bewusstseinswandel bei ihnen zu schaffen, sei eben eine langwierige Angelegenheit, die Hartnäckigkeit erfordere.

Bei der Stadt sieht man die Müllsünder als eine Minderheit. So berichteten die Promotion-Teams von überwiegend positiven Reaktionen, wenn sie Personen ansprechen. Mit der Kampagne werde "bewusst auf die freundliche Ansprache der Besucher gesetzt", heißt es bei der Stadt. "Kontrollen, Verwarn- und Bußgeldverfahren stehen daher nicht im Vordergrund." Seit der ersten Auflage der Kampagne habe es einen Rückgang der Beschwerden gegeben. Registrierte die Stadt 2011 noch 29 Beanstandungen wegen Vermüllung, waren es vergangenes Jahr neun.

Quelle: RP
 
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