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Düsseldorf
Zahl fettleibiger Kinder sinkt deutlich

Düsseldorf: Zahl fettleibiger Kinder sinkt deutlich
Seilspringen kann helfen, Übergewicht zu reduzieren. Die Stadt setzt auf Prävention. Überflüssige Pfunde sollen gar nicht erst entstehen. FOTO: dpa / W. Grubitzsch
Düsseldorf. Präventionskonzept: Um 37 Prozent hat sich der Anteil übergewichtiger Kinder in Düsseldorf in zehn Jahren verringert. Von Jörg Janssen

Der Anteil stark übergewichtiger Kinder in Düsseldorf ist in den vergangenen zehn Jahren um 37 Prozent zurückgegangen. Aus Sicht der Stadt ein Beleg dafür, wie gut die frühkindliche Präventionskette in Düsseldorf inzwischen funktioniert. Seit 1998 arbeitet die Stadt an Strategien, die verhindern sollen, dass Jungen und Mädchen aus sozial schwierigen Verhältnissen bereits abgehängt sind, bevor sie überhaupt loslaufen konnten. Seit 2012 nimmt Düsseldorf am Landesprogramm "Kein Kind zurücklassen" teil, ist NRW-weit die größte Kommune in diesem Projekt.

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"Wir wollen diesen Ansatz weiter ausbauen. 2018 werden wir ein umfassendes, strukturell abgesichertes Konzept vorlegen", sagte Jugenddezernent Burkhard Hintzsche in dieser Woche im Jugendhilfeausschuss. Doch was heißt das konkret? Der Stadtdirektor nennt dazu Details. So soll es die in Hassels-Nord und Wersten-Süd-Ost bereits angebotenen Kita-Eingangsuntersuchungen künftig auch in Rath/Mörsenbroich und später auch in Holthausen geben. Die Teilnahme ist freiwillig, die Erfahrungen zeigen aber, dass die Eltern ihr Kind gerne frühzeitig untersuchen lassen. Normalerweise geschieht dies erst rund ein Jahr vor der Einschulung. "Das ist spät und kann bei Kindern, die zu Vermeidungsstrategien neigen, sprachliche, motorische und erzieherische Defizite verfestigen", erläutert Hintzsche. Ziel bleibe es, auf "verfestigte Armutsstrukturen" so zu reagieren, dass es am Ende mehr Chancengerechtigkeit gebe.

Wie wichtig die Einrichtung solcher "Präventionsketten" ist, macht Grundschulrektorin Dagmar Austermann von der Theodor-Heuss-Schule in Wersten deutlich. Für sie sei es wichtig, jetzt auch Einblick in die Bildungsdokumentation der Kitas zu erhalten. "Wenn Fähigkeiten dort nicht so gut entwickelt waren, können wir gleich am richtigen Punkt ansetzen." Ebenso wichtig seien gut ausgefüllte gelbe Untersuchungshefte. In Düsseldorf seien diese kinderärztlichen Dokumentationen häufig nicht so aufschlussreich wie andernorts. "Oft wird hier die altersspezifische Untersuchung nur vermerkt und abgestempelt, Details fehlen dagegen", bemerkt die Pädagogin. Beim Thema Medienkonsum macht sie eine klare Ansage: "Mehr als eine Stunde TV inklusive PC pro Tag ist schädlich und gefährdet das Kindeswohl."

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Quelle: RP
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