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Erhoffter Imagewandel
Düsseldorfer Bahnhofsviertel wird zum Kulturquartier

Erhoffter Imagewandel: Düsseldorfer Bahnhofsviertel wird zum Kulturquartier
Das Düsseldorfer Schauspielhaus in der Ersatzspielstätte Central am Hauptbahnhof. FOTO: dpa, mjh lof
Düsseldorf. Bibliothek, Bühnen und andere Kultureinrichtungen zieht es an den Hauptbahnhof in Düsseldorf. Dazu kommt ein neues Festival. Das Image des Viertels soll sich bessern.  Von Arne Lieb

Das Umfeld des Hauptbahnhofs entwickelt sich zum bedeutenden Standort für die Kulturszene - und verändert dadurch sein Gesicht. Mit der Stadtbücherei dürften weitere Kulturinstitute in das Postgebäude am Konrad-Adenauer-Platz kommen. Außerdem startet 2017 ein Festival, das erstmals die Vielzahl der bereits ansässigen Kulturschaffenden zeigen soll.

Durch die Schlagzeilen über das "Maghreb-Viertel" hinter dem Bahnhof ist die Gegend im Frühjahr erneut negativ in den Blick geraten. Zugleich steht die Bahnhofsgegend bei Künstlern hoch im Kurs. Sie schätzen das großstädtische Flair und niedrige Mieten. In Acker-, Harkort- oder Mintropstraße befinden sich etliche Ateliers. Da die Kulturszene immer lauter fehlende Freiräume beklagt, wächst die Attraktivität der Bahnhofsgegend.

Fotos: 2016: Großrazzia im "Maghreb-Viertel" FOTO: Gerhard Berger

Nun deuten sich weitere kulturelle Leuchttürme an, neben dem Schauspielhaus, das derzeit am Hauptbahnhof seine Hauptspielstätte hat. Der Büchereiumzug ist wahrscheinlich. Auf dem ehemaligen Post-Areal an der Erkrather Straße entsteht zudem das Wohnprojekt "Living Central", in das möglicherweise das Forum Freies Theater (FFT) umzieht. Damit würde es einen Komplex bilden mit Tanzhaus und Capitol, die gegenüber residieren.

Das sind die Schmuddelecken von Düsseldorf FOTO: Joris Hielscher

Ein Stück weiter könnte eine Einrichtung folgen: Am Worringer Platz ist die "Botschaft" - ehemals Kino und zuletzt der Club "Foyer" - verkauft worden. Eigentümer Rolf Moritz Webeler strebt eine kulturelle Nutzung an. Erste Verhandlungen mit dem Schauspielhaus sind zwar gescheitert, aber Webeler hofft weiter auf einen kulturellen Mieter. Im Rathaus träumt man unterdessen von einer Wiederbelebung der Fußgängerpassage unter dem Worringer Platz - auch die könnte zum Ort für Kulturschaffende werden.

Zur Entwicklung passt, dass die Stadt ein neues Kulturfestival ermöglicht. Der Künstler Markus Ambach erarbeitet mit Mitstreitern das Konzept für das Event "Von fremden Ländern in eigenen Städten". Die Idee: Im Sommer 2017 werden Werke von renommierten Künstlern im Straßenraum rund um den Bahnhof gezeigt, zudem erarbeiten ansässige Kulturschaffende eigene Angebote, vom Tanzhaus NRW bis zum iranischen Kulturverein. Es soll Ausstellungen, Tanz und Theater geben. "Wir wollen die verborgenen Schätze des Viertels sichtbar machen."

Die am Konzept beteiligten Künstler - das sind auch Kathrin Tiedemann (FFT), Bettina Masuch (Tanzhaus) und Jan Wagner (Filmwerkstatt) - erhoffen einen langfristigen Aufschwung des Viertels. Ganz unterschiedliche Akteure sollen sich beteiligen: das Kunstprojekt "Gasthof Worringer Platz", das Künstlerhaus WP8, die Bahnhofsmission und ein Altenprojekt.

Das Festival soll am Ende neue Verbindungen schaffen und die Identifikation mit dem Viertel stärken. "Die Reisenden am Bahnhof übernehmen keine Verantwortung für das Viertel", meint Ambach. "Das muss die Bevölkerung tun."

Quelle: RP
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