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Nach Festnahme von IS-Terroristen
Düsseldorfer bleiben gelassen

Nach Festnahme von IS-Terroristen: Düsseldorfer bleiben gelassen
Stadtdirektor Burkhard Hintzsche (l.) und Oberbürgermeister Thomas Geisel unterhalten sich bei der gestrigen Sitzung des Stadtrats. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Politiker und Verwaltungsspitze zeigten sich erleichtert über die Festnahme der mutmaßlichen Anschlags-Planer. Die Rheinbahn sieht sich in Sachen Sicherheit gut aufgestellt. Trotzdem zeigt das Ereignis: Der Terror kann übrall sein.  Von Stefani Geilhausen und Arne Lieb

Die Nachricht vom offenbar vereitelten Terroranschlag in Düsseldorf platzte mitten in die letzten Vorbereitungen zur Ratssitzung - und überschattete den Nachmittag, bei dem eigentlich Themen wie die Finanzierung der Tour de France oder der Bau der U81 im Mittelpunkt stehen sollten. Die CDU-Fraktion etwa saß gerade zusammen, um die um 14 Uhr beginnende Sitzung vorzubereiten, als ein Mitglied die Meldung aufs Handy bekam. "Wir waren bestürzt", sagt Fraktionschef Rüdiger Gutt. "Man weiß zwar, dass die Terrorgefahr konkret ist, aber hofft natürlich, dass es nicht die Heimatstadt trifft." Zugleich lobte Gutt die Arbeit der Ermittler. Hin- und hergerissen zwischen Bestürzung und Erleichterung waren auch viele andere Politiker, so etwa FDP-Chefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. "Ich bin zutiefst dankbar, dass der Plan aufgedeckt wurde", sagte sie. Die Meldung zeige aber, dass die Terrorgefahr überall sei. "Das geht richtig nahe."

Bis in den Abend lief dann die Ratssitzung. In den Debatten im Saal war der vereitelte Anschlag kein Thema, aber viele Politiker verfolgten per Handy oder Laptop die Entwicklung. Oberbürgermeister Thomas Geisel verließ kurz den Saal, um ein Statement vor etlichen Fernsehkameras abzugeben.

Ein Terrorverdächtiger auf dem Weg zum Haftrichter FOTO: dpa, ude fdt

Auch in der Stadtverwaltung war der geplante Anschlag am Rande der Sitzung ein Thema - aber noch wenig konkret, schließlich hatte man auch erst am Mittag von dem Vorfall erfahren. Ordnungsdezernent Stephan Keller sagte, man werde nun ganz in Ruhe schauen, ob sich irgendwelche Folgen etwa für Sicherheitskonzepte ergeben. So halte man es aber ohnehin, und das nicht erst seit den Anschlägen von Paris. "Wir stehen ständig in Kontakt mit der Polizei", sagt Keller.

Die hatte am Nachmittag ihre Präsenz in der Altstadt schon rein optisch verstärkt: Gelbe Westen signalisierten schon von weitem ein Stück Sicherheit. Auch viele Fotografen und Kamerateams waren am Nachmittag rund um die Heinrich-Heine-Allee unterwegs. Die detaillierte Mitteilung der Generalbundesanwaltschaft hatte nicht nur in Düsseldorf Aufmerksamkeit erregt.

Zwei Selbstmord-Attentäter, so soll der Plan gelautet haben, würden ihre Sprengstoffgürtel an der Heine-Allee zünden. Die Rheinbahn, deren U-Bahnhof seine Ausgänge an den strategisch geeigneten Punkten hat, hatte der Terrorist Saleh A. in seiner Aussage bei den französischen Behörden nicht erwähnt. Besorgt war man da gestern nicht. Ohnehin seien wegen der Messe deutlich mehr Sicherheitskräfte im Einsatz. "Wir haben gute Leute, wir haben Kameras, wir tun eine Menge", sagte Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher. Absolute Sicherheit aber gebe es nie. Und die Gefahr eines Terroranschlags sei ungleich geringer als die Risiken beim Auto- oder Motorradfahren. "Wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen - das spielt den Terroristen doch nur in die Hände."

Quelle: RP
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