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Marktlücke entdeckt
Düsseldorfer entwickelt leisen Föhn
Marktlücke entdeckt: Düsseldorfer entwickelt leisen Föhn
Der Düsseldorfer Erfinder Wolfgang Mähling (l.) und sein Geschäftspartner Adam Carfora mit ihrem leisen Fön, den sie in China bauen lassen. FOTO: Thomas Busskamp
Düsseldorf. Der Designer Wolfgang Mähling erfand einen Haartrockner, der viel weniger Lärm macht als herkömmliche Geräte – und entdeckte eine echte Marktlücke. Der leise Föhn kommt vor allem in Friseur-Salons zum Einsatz, kann aber auch im Internet bestellt werden. Von Jutta Laege und Martin Oberpriller

Erfinder stellt man sich meist mit zu Berge stehenden Haaren vor. Im Fall von Wolfgang Mähling stimmt das nicht. Sein Haar ist glatt zurück gekämmt. Seine Erfindung ist dafür aber eine echt haarige Sache. Der Düsseldorfer, der als Designer in der Industrie gearbeitet hat, hat den leisesten Föhn, den es auf dem Markt gibt, entwickelt. Und dabei eine echte Marktlücke entdeckt. Denn, was vielen nicht wirklich bewusst ist: Ein Föhn ist ein ziemlich lautes Gerät. Lärmmessungen ergeben bei herkömmlichen Modellen um die 100 bis 140 Dezibel. "Nur mal zum Vergleich", sagt Mähling: "In der Industrie brauchen Sie ab 95 Dezibel Belastung einen Hörschutz."

Das Friseurhandwerk blieb von dieser Maßgabe bisher ausgenommen. Dabei seien gerade Friseure und Friseurinnen ständigem Föhn-Lärm ausgesetzt, betont Mähling. Friseurinnen waren es auch, die ihn vor Jahren auf das Problem aufmerksam gemacht hatten. "Hast du nicht eine Idee?" fragten sie ihn. Und er begann zu tüfteln. Mit Erfolg. Für die Firma "Wellness Design Company" war Mähling ein Glücksgriff.

Zwischen 80.000 und 100.000 Geräte der Marke "Relax" sind europaweit verkauft worden. Und nun kommt das neueste Modell, der "Relax Professional super silent" auf den Markt, das Geschäftsführer Adam Carfora ins Schwärmen geraten lässt: "Dieser Föhn ist mit 54 Dezibel nicht nur sehr viel leiser, er ist auch Kopfhaut schonend und verbraucht viel weniger Energie als herkömmliche Haartrockner." Außerdem ist er mit knapp 400 Gramm um einiges leichter als die Föhne, die beim Friseur häufig verwendet werden und auch zu den berüchtigten "Tennisarmen" führen können. Doch von ihrer Erfindung, so die Auffassung der Company und des Erfinders, haben nicht nur Friseure etwas.

Tests ergaben, dass handelsübliche Föhne über hundert Grad, in der Spitze sogar bis zu 265 Grad, heiße Luft produzieren. "Eine Tortur für Haare und Kopfhaut", so Carfora. Haarpflegemittel, pflichtet ihm Mähling bei, würden bereits bei 90 Grad verdampfen. Dass ihr Föhn mit 80 bis maximal 92 Grad Temperatur und einer Leistung von 940 Watt die Haare aber dennoch trockne, sei auch eine Frage der richtigen Technik. "Weil die meisten Föhne so heiß werden, wird 50 bis 60 Prozent der Luft am Kopf vorbei geschwenkt", so Mähling.

Reine Energieverschwendung also. Dass empfindliche, beispielsweise an Schuppenflechte oder Neurodermitis leidende Menschen mit dem "Relax" eine Alternative haben, unterstreicht die Apothekenzulassung für das Gerät. "Er wird sogar zum Föhnen für Tiere verwendet", fügt Carfora hinzu. "Weil er leise ist, werden die Tiere mit ihrem feinsinnigen Gehör nicht verschreckt." Und zu guter Letzt sei er auch gut einsetzbar bei Babys und Kleinkindern.

Die "Wellness Design Company" produziert in China, aber, so betonen die beiden, unter strengen Regeln. Mähling: "Jede Schraube wurde von uns entwickelt." In Deutschland läuft der Vertrieb hauptsächlich über Friseurbedarfsläden, Friseure und Händler im Internet. Wie Mähling den Motor so leise und das Gerät zudem auch noch leicht und handlich hinbekommen hat, bleibt sein patentiertes Erfindergeheimnis.

Quelle: RP
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