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Wenig Bewerber
Düsseldorfer Gastronomie fehlt Personal

Düsseldorfer Gastronomie fehlt Personal
Das Restaurant "Hausmann´s", an dem TV-Koch Tim Mälzer beteiligt ist, sucht für sein Lokal in der Altstadt mit Anzeigen direkt an der Fassade nach neuen Mitarbeitern. FOTO: Bretz, Andreas
Düsseldorf. Wer kochen kann und gern Getränke oder Speisen serviert, kann sich zurzeit die Jobs aussuchen. Für die offenen Stellen gibt es nicht genügend Bewerber. Auch das Interesse an Ausbildungsstellen sinkt. Von Holger Lodahl

In den kommenden Wochen bekommt die Gastronomie-Szene Düsseldorfs viel Zuwachs. TV-Koch Tim Mälzer zum Beispiel wird an der Hafenstraße sein "Hausmann´s" eröffnen. Während die Bauarbeiten im Innern vorangehen, wird nach außen hin nach Personal gesucht.

Auf großen Plakaten steht betont lässig geschrieben "Hello! Du bist es! Wir suchen die besten Leute für Service, Bar und Küche. Bewirb? Dich doch bei uns!". Solche Aufrufe an Straßen, in Schaufenstern und in Zeitungen sind eher die Regel als die Ausnahme. Die Gastro-Szene Düsseldorfs hat nämlich ein Problem: Ihr fehlt das Personal.

Das weiß auch Michal Pawlik. Er ist der Betriebsleiter des Burger-Restaurants "What?s Beef" an der Immermannstraße und organisiert zurzeit die Eröffnung der Zweigstelle an der Kaiserswerther Straße. Im Winter begann er mit der Suche nach Personal. "Das Problem ist, dass das What?s Beef nicht nach dem typischen À-la-carte-Geschäft arbeitet", sagt er. Das Konzept der Systemgastronomie sei für viele Bewerber ungewohnt und erwecke den Eindruck, die Anforderungen seien nicht so hoch. Ein Irrtum, denn: "Wir suchen ausgebildete Köche", betont er. Bei bei der Eröffnung des What´s Beef in der City vor einem Jahr sei das anders gewesen. "Aber mit dem Erfolg ist auch unser Anspruch gestiegen."

Mit der Folge, dass die Suche nach Fachpersonal schwieriger geworden sei. Das ist auch bei der Gastronomiekette Alex, die Ende April in den ehemaligen Monkey´s-Restaurants am Graf-Adolf-Platz eröffnet und auch mit großen Aushängen um Personal wirbt: "Wir suchen sympathische und einsatzbereite Mitarbeiter mit Enthusiasmus und Leidenschaft." Mit zwei Schwierigkeiten habe Alex dabei zu kämpfen: "Dass der Betrieb noch nicht geöffnet hat und dass das Konzept in der Stadt noch unbekannt ist", sagt Alex-Sprecherin Anke Brunner.

Alex wolle eine breitere Zielgruppe als andere Restaurants ansprechen: mittags Geschäftsleute, am Wochenende Studierende, abends Familien. Um den hohen Anspruch zu gewährleisten, hat Alex eine eigene Akademie. Dennoch, so vermutet Anke Brunner, würden viele Interessenten wohl abwarten wollen, bis der Betrieb in Düsseldorf geöffnet habe.

Köche können sich das Warten erlauben. Bei der Agentur für Arbeit sind zurzeit fast 60 offene Arbeitsplätze für Köche gemeldet, sagt Peter Wege von der Arbeitsagentur. Hinzu kommen 30 Stellen für Küchenhelfer und andere Jobs im Gastgewerbe, etwa Service, Spüler und Zapfer. "Und das sind nur die sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze", sagt Wege. Im Vergleich zum vergangenen Jahr sei dies ein Anstieg von etwa 20 Prozent. "Die Beschäftigungs-Chancen in der Gastronomie in Düsseldorf sind gut."

Die angespannte Situation könnte sich zukünftig noch verschärfen. "Die Zahl der Bewerber auf Ausbildungsstellen geht zurück", sagt Rainer Spenke vom Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). "Schon 2014 hatten wir freie Azubi-Stellen, in diesem Jahr ebenso." Er erwartet, dass der demografische Wandel das Problem noch verstärken werde. Hinzu kommt, dass eine Karriere in der Gastronomie als unattraktiv gelte - auch, wenn das Image der Köche durch die TV-Koch-Shows etwas gestiegen sei, sagt Spenke.

Der Fachkräftemangel bei Köchen sei ein selbst gemachtes Problem der Branche, findet Gastro-Experte Markus Eirund. Er ist Gründer von Eirund-Consulting und berät Gastronomen bei allen Geschäftsfragen. "Vor einigen Jahren setzten viele Restaurants auf Systemgastronomie, für die keine Köche mehr nötig waren und angelernte Kräfte ausreichten", sagt er. Inzwischen aber verlangen die Gäste wieder eine hohe Qualität - auch bei Burger-Läden, so dass gute Köche wieder gefragt seien. "In Düsseldorf sucht jeder Betrieb stets Personal. Die Zeit der paketweisen Bewerbungen ist vorbei."

Michal Pawlik aber blickt guter Dinge auf die What´s-Beef-Neueröffnung. Pro Stellenanzeige hätten sich immerhin zwei bis drei Interessenten gemeldet - teilweise mit Ausbildung, aber: "Auch, wer erfahren ist und ?was drauf hat, bekommt bei uns eine Chance", sagt Pawlik. Weil das Terrassengeschäft an der Kaiserswerther Straße groß sei, gibt es noch Bedarf an Service-Personal. Aber bald sei das Team für das neue Restaurant fast komplett. "Wir sind super besetzt und guter Dinge."

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