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Düsseldorf-Süd
Düsseldorfer Händler sehen Ende des Cents positiv

Düsseldorf-Süd: Düsseldorfer Händler sehen Ende des Cents positiv
Für viele Händler, wie hier Delia Sassen, stellen die kleinen Münzen eine Belastung dar. In der Metzgerei Sassen wird daher teilweise bereits schon gerundet. FOTO: günter von ameln
Düsseldorf. Die IHK hat Einzelhändler in Düsseldorf zu einer möglichen Abschaffung von Ein- und Zwei-Cent-Münzen befragt. Ein Großteil sprach sich auch im Stadt-Süden dafür aus. Buchhändler Ohm verweist auf die Buchpreisbindung. Von Maximilian Krone

Wer kennt das nicht. Mal eben schnell zum Laden um die Ecke, den Einkauf mit einem kleinen Schein bezahlt und das Wechselgeld im Portemonnaie verstaut. Schnell beult sich das Münzfach dann vor lauter Ein- oder Zwei-Cent-Stücken nach einer gewissen Zeit geradezu aus. Ein Ärgernis für viele Kunden. Doch damit könnte bald Schluss sein. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat die Einzelhändler in Düsseldorf befragt, ob sie für oder gegen die Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Münzen sind.

Das Ergebnis: Auf der jüngsten Sitzung des IHK-Einzelhandelsausschusses sprach sich eine Vielzahl der Mitglieder für die Abschaffung aus. "Die meisten gaben in unserer Befragung an, dass das Handling im Alltag einfach besser läuft, wenn auf- oder abgerundet werde", sagt Tina Schmidt von der IHK.

Auch im Düsseldorfer Süden steht man dieser Idee überwiegend positiv gegenüber. "Ich habe kürzlich meine Kollegen dazu befragt und fast alle könnten mit der Abschaffung gut leben", sagt Renate Rönnau, Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Benrath. Ähnlich sieht es Michael Makoschey von der Werbegemeinschaft "Wir in Wersten". "Wir haben das Thema in unserer vergangenen Mitgliederversammlung besprochen, die Resonanz war positiv", sagt er.

Für viele Händler sei das Kleingeld eine Belastung. "Vielfach kostet es eine Gebühr, wenn die Münzen zur Bank gebracht werden", sagt Rönnau. Das bestätigt auch Delia Sassen. Ihr Mann ist Inhaber der gleichnamigen Metzgerei in der Benrather Fußgängerzone. "Wir müssen eine Gebühr bezahlen, wenn wir die Münzen zur Bank bringen. Das ist schon ein Mehraufwand", sagt sie. Anders als viele Einzelhändler kann die Metzgerei aber nicht ohne Weiteres auf die kleinen Cent-Stücke verzichten. "Wir legen Preise wie beispielsweise 1,99 Euro ja nicht einfach fest, sondern wiegen die Ware noch ab, daher kommt es oft zu sehr krummen Beträgen", erklärt Sassen.

Auch Ulrich Ohm, Inhaber der Benrather Buchhandlung Dietsch, ist zwiegespalten. "Als Privatmann bin ich für die Abschaffung. Sowohl meine Kunden, als auch ich halten diese krummen Beträge für schwachsinnig. Als Buchhändler bin ich allerdings an die Buchpreise gebunden und kann nicht so einfach an den Preisen schrauben", sagt er. In der Metzgerei Sassen sei man inzwischen zum Teil dazu übergegangen, die Preise zu runden. "Am häufigsten runden wir ab, das machen die Kunden auch mit. Viele sagen oft auch einfach, dass es so passe. Bei zwei Cent nach oben oder unten sehen die meisten kein Problem", sagt Delia Sassen.

Die IHK will auf Grundlage ihrer Befragung nun an die Werbe- und Interessensgemeinschaften herantreten und eine Testphase ohne Ein- und Zwei-Cent-Münzen initiieren. "Das soll zunächst nur in einem Stadtteil geschehen. Der Test soll Aufschluss darüber geben, ob die beiden Münzen verzichtbar sind", sagt Tina Schmidt von der IHK. Ein konkretes Datum dafür gäbe es aber noch nicht. "Ich gehe aber davon aus, dass wir das in naher Zukunft umsetzen und damit nicht allzu lange warten", sagt sie.

Angestoßen hatte die Debatte der Händlerzusammenschluss Klever City Netzwerk. In einem Pilotprojekt testen Händler dort seit Anfang Februar ein Auf- und Abrunde-System. Über 800 Händler wurden angeschrieben und aufgefordert sich am Test zu beteiligen. In den Niederlanden hat sich ein solches System bereits seit vielen Jahren etabliert und wird dort schon lange praktiziert. "Wir fahren auch oft in die Niederlande, um einzukaufen, und dort funktioniert es ohne Probleme. Als Privatperson finde ich das auch sehr angenehm", sagt Delia Sassen.

Quelle: RP
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