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Hoher Bedarf in Düsseldorf
Kliniken brauchen mehr Blut

Fragen und Antworten zum Blutspenden
Fragen und Antworten zum Blutspenden FOTO: dapd
Düsseldorf. Die Uniklinik Düsseldorf sucht dringend Blutspender. Der Bedarf rund um die Landeshauptstadt ist enorm. Von Nicole Lange

Die Uniklinik Düsseldorf wirbt in diesen Tagen wieder verstärkt fürs Blutspenden. Denn im Dezember und Januar wird weniger gespendet - wegen der Feiertage und Urlaubszeit, aber auch wegen der saisonüblichen Erkältungswelle. Als Anreiz gibt es jetzt für Erstspender einen Kinogutschein - und Festival-Fans, wohl eher die jüngeren Spender, können Stempel in ihren Wacken-Blutspendepass bekommen, der am Ende gegen ein "Wacken-Blood-Sponsor-T-Shirt" eingetauscht werden kann.

Oberbürgermeister Thomas Geisel besuchte am Donnerstag die Blutspendezentrale des Klinikums und unterstützte den Aufruf. "Das Thema liegt mir sehr am Herzen, ich bin bereits seit vielen Jahren Blutspender", so Geisel, der übrigens Blutgruppe "0 positiv" hat - wie etwa 35 Prozent der Menschen in Deutschland. Die wichtigsten Fragen zum Thema im Überblick.

  • Wie viele Blutspenden werden eigentlich gebraucht?

Allein an der Uniklinik sind es rund 60.000 Blutpräparate im Jahr. Davon sind rund 12.000 so genannte Thrombozytenpräparate (Blutplättchen), der Rest sind Präparate aus Vollblutspenden. Aus diesen wiederum werden Erythrozyten (Rote Blutkörperchen)-Präparate und Plasma-Präparate gewonnen. Für ganz Düsseldorf schätzt Johannes Fischer, Leiter der UKD-Blutspende, dürfte die Zahl der benötigten Spenden doppelt bis dreimal so hoch sein.

  • Reichen die Blutspenden in der Uniklinik denn normalerweise aus?

"Bei den Thrombozytenspenden decken wir etwa 90 Prozent des Bedarfs der Klinik selbst ab, bei den Vollblutspenden ist es etwa ein Drittel", sagt Fischer. Was man darüber hinaus benötige, werde von außen zugekauft. Die Thrombozytenspenden sind deshalb leichter zu bekommen, weil Stammspender sie häufiger abgeben können, nämlich alle zwei Wochen. "Einige kommen schon seit Jahrzehnten zu uns." Zur "normalen" Blutspende darf dagegen auch ein fleißiger Blutspender nur viermal (Frauen) bis sechsmal (Männer) im Jahr.

  • Wer kommt zur Blutspende?

Das ist unterschiedlich. Bei unserem Besuch im Blutspendezentrum liegen Frauen und Männer unterschiedlichen Alters auf den Liegen des Zentrums. Die 20-jährige Rebecca Welland aus Baumberg etwa, die sich um eine Ausbildung als Krankenschwester bemüht. "Das ist kein Problem für mich", sagt sie lächelnd - es ist ihre zweite Blutspende, und wiederkommen will sie auch. Oder der 63-jährige engagierte Dauerspender Fritz Werners, der an diesem Tag bereits zum 517. Mal Blut spendet. Er arbeitet in der Gärtnerei der Uniklinik und kann daher während der Arbeitszeit spenden. "Das lässt sich also gut vereinbaren, und es ist schön, was für andere Menschen zu tun." Die Routine ist ihm anzumerken, in wenigen Minuten ist der Beutel voll, und Werners steht - mit nach wie vor rosigen Wangen - wieder neben der Liege.

  • Wer darf Blut spenden?

Prinzipiell jeder Erwachsene im Alter zwischen 18 und 59 Jahren, erfahrene Dauerspender auch bis zu 68 Jahren. Wer spenden will, muss mindestens 50 Kilo wiegen, gesund sein und darf keine Medikamente eingenommen haben. Reisen in Länder außerhalb Europas sollten mindestens sechs Monate her sein.

  • Wie läuft eine Blutspende ab?

Vor der ersten Spende wird man umfassend untersucht, ein Fragebogen wird ausgefüllt. Bei jedem Spendetermin werden der Blutdruck, die Temperatur und der Hämoglobin-Wert des Blutes gemessen. Wenn alles okay ist, wird das Blut, ein halber Liter, aus der Armvene gezapft. Danach kann man sich eine Weile ausruhen, nach einer halben Stunde darf man wieder Auto fahren. Bei der Thrombozytenspende wird das Blut nach dem Entnehmen sofort zentrifugiert, die Blutplättchen werden gesammelt, der Rest des Blutes wird zum Spender zurückgeleitet.

Quelle: RP
 
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