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Düsseldorf
Düsseldorfer Luft ist besser geworden

Düsseldorf: Düsseldorfer Luft ist besser geworden
FOTO: Stadt Düsseldorf/Endermann/Weber
Düsseldorf. Der aktuelle Luftmessbericht zeigt, dass die Umweltzone und andere Maßnahmen gegriffen haben - allerdings nur zum Teil. Während der Feinstaub-Gehalt stetig gesunken ist, bleiben die Werte für Stickstoffdioxid über dem Grenzwert. Von Sonja Schmitz

Eine gute und eine schlechte Nachricht hatte der neue Leiter des Umweltamts, Stefan Ferber, in die erste Sitzung des Umweltausschusses nach der Sommerpause mitgebracht. Die gute zuerst: An den vier Messstationen in der Stadt - Corneliusstraße, Lörick, Dorotheenstraße, Brinckmannstraße - wurden im vergangenen Jahr bessere Luftwerte beim Feinstaub-Gehalt ermittelt. Als Grenzwert gilt, dass der Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter höchstens 35 Tage pro Jahr überschritten werden darf.

Während noch vor zehn Jahren insbesondere auf der Corneliusstraße dieser Wert deutlich überschritten wurde, ist dies seit 2012 nicht mehr vorgekommen, der Wert hat sich stetig verbessert. So wurde 2014 an der Corneliusstraße der Wert an 15 Tagen überschritten, zwölf Tage weniger als voriges Jahr. An der Dorotheenstraße wurde er an 14 Tagen überschritten, neun Tage weniger als 2013. In Lörick und an der Brinkmannstraße waren es mit sechs Tagen, an denen der Tagesmittelwert über 50 Mikrogramm pro Kubikmeter lag, jeweils zwei Tage weniger als im Vorjahr. "Das ist ein echter Fortschritt", sagt Ferber über die langjährige Entwicklung. Dazu beigetragen hätten die Einrichtung der Umweltzone und - auch als Folge davon -, dass mittlerweile modernere Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind.

Doch damit verbunden ist auch die schlechte Nachricht: Anders als beim Feinstaub haben diese Änderungen bei einem anderen Schadstoff in der Luft, nämlich dem Stickstoffdioxid (NO2), nicht zu den entsprechenden Verbesserungen geführt. Seit 2010 liegt der Grenzwert für Stickstoffdioxid bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Vor allem an der Corneliusstraße ist man davon weit entfernt: Dort betrug der Jahresmittelwert 60 Mikrogramm pro Kubikmeter. An der Ludenbergerstraße, der Merowingerstraße in Bilk und im Hafen, wo zusätzliche, sogenannte Passivsammler eingerichtet wurden, treten ebenfalls deutlich überhöhte Werte auf.

Bei der Frage danach, warum zwar die Feinstaubwerte sinken, die für Stickdioxide aber nicht, verwies Ferber auf zwei Studien. Sie legen nahe, dass Fahrzeuge, für die die ab September geltenden Abgasnormen Euro 6 gelten, die geforderten Werte nur im Labor erreichen. In der Praxis treten dann aber schlechtere Werte auf. Dieses Problem betreffe vor allem Diesel-Fahrzeuge. Da fast die Hälfte aller Neuzulassungen Diesel-Fahrzeuge seien, werde das Problem noch verschärft. "Mit der EU-Norm werden wir nicht weiterkommen", so das Fazit von Ferber.

Im Ausschuss waren sich die Mitglieder einig, dass die Stadt in dieser Frage nur wenig Spielraum habe, um Einfluss zu nehmen. Deshalb sei es wichtig, auf den Bund einzuwirken, dass er per Gesetz in dieser Sache tätig werde. Die Stadt könne den Öffentlichen Nahverkehr und den Radverkehr fördern und für einen besseren Verkehrsfluss sorgen. Ferber hat deshalb einen Fachgutachter eingeschaltet, der Empfehlungen geben soll, wie beispielsweise durch Ampelschaltungen das Problem abgemildert werden kann.

Quelle: RP
 
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