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Düsseldorf
Düsseldorfer neu im EKD-Rat

Düsseldorf. Der Arbeitsrechtler Jacob Joussen ist Presbyter und jetzt auch Mitglied des höchsten Gremiums der evangelischen Kirche. Von Thorsten Breitkopf

Ein Düsseldorfer gehört nun zum Leitungsgremium der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Jacob Joussen wurde von der Synode für die nächsten sechs Jahre in den Rat der EKD gewählt. Joussen lebt in Bilk und ist als Professor Inhaber des Lehrstuhls für Arbeitsrecht an der Ruhr-Universität Bochum. Der heute 44-Jährige studierte zunächst von 1990 bis 1992 Latein, katholische Theologie und Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Danach wechselte er zum Jura-Studium an die Universitäten Münster und Turin. Von 2006 bis 2010 war Joussen Professor an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Als Hochschullehrer unterrichtet Joussen mit Schwerpunkt im weltlichen und kirchlichen Arbeitsrecht sowie Sozialrecht. In der Düsseldorfer Lutherkirchen-Gemeinde ist Joussen Presbyter mit den Schwerpunkten Personal, Theologie und Liturgie.

Joussen stammt aus einem katholischen Elternhaus in Duisburg. "Die Stellung des Einzelnen in der katholischen Kirche entsprach nicht meiner geistlichen Vorstellung", sagt Joussen heute. Im Jahr 2000 wurde er Protestant. Sein Bruder Friedrich Joussen ist Vorstandsvorsitzender des Touristikkonzerns Tui und führte 2005 bis 2012 die in Düsseldorf ansässige Deutschland-Tochter des Mobilfunkkonzerns Vodafone.

Ralf Breitkreutz, Pfarrer der Luthergemeinde im Stadtteil Bilk, begrüßt die Wahl Joussens. "Er wird die Düsseldorfer Stimmungen mit in den Rat nehmen", sagt Breitkreutz. "Jacob Joussen ist jemand, der Meinungen und Stimmungen sehr gut einfangen kann. Er denkt analytisch und trotz seines wissenschaftlichen Hintergrunds ist er nie abgehoben", so der Pfarrer. Joussen ist der Jüngste im neuen Rat; von allen 15 Mitgliedern ist er außerdem der Einzige, der auch nach seiner Wahl weiter Basisarbeit als Presbyter einer Gemeinde machen wird.

Für viele gilt die Wahl Joussens als Symbol für einen Wandel, denn er ist das erste Mitglied des Rates, das in einer eingetragenen Partnerschaft mit einem anderen Mann lebt. Seine Partnerschaft erhielt auch den kirchlichen Segen. Brisant könnte daher das Zusammentreffen mit dem ebenfalls neuen Ratsmitglied Michael Diener werden. Er gehört der evangelikalen Strömung der Kirche an und hat propagiert, Homosexualität sei "heilbar".

Joussen sieht allerdings nicht dieses Thema, sondern den Umgang der Kirche mit Arbeitsrecht und Tariffindung sowie Fragen der Gemeindearbeit als Hauptanliegen seiner Amtszeit.

Quelle: RP
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