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In eigener Sache
"Düsseldorfer Reden" mit vielen Prominenten

In eigener Sache: "Düsseldorfer Reden" mit vielen Prominenten
Marcel Beyer, Heinz Bude, Margot Käßmann und Sascha Lobo (v.l.) kommen nach Düsseldorf. FOTO: dpa(3), Imago
Düsseldorf. Schauspielhaus und Rheinische Post starten große Vortragsreihe zu den wichtigen Fragen unserer Zeit. Von Lothar Schröder

Wenn danach gefragt wird, wo überhaupt über unsere Gesellschaft nachgedacht werden und an welchem Ort man die Ruhe zum gemeinsamen Denken finden kann, dann ist oft das Theater die Antwort. Jene Stätte also, an der manchmal in großen alten Stücken unsere Gegenwart mit ihren Sorgen und Ängsten gespiegelt und gedeutet wird. Auch in Düsseldorf soll das Theater zu einer neuzeitlichen Agora werden - zu einem öffentlichen Platz für Diskussion und Disput.

In Kooperation mit dem Schauspielhaus startet die Rheinische Post in diesem Jahr eine Vortragsreihe mit prominenten Rednern, die uns inspirieren und herausfordern, bestärken und provozieren wollen. "Düsseldorfer Reden" heißt das im Februar startende Projekt.

Diese Debatten-Form ist nicht von uns erfunden worden. Die bekannteste Reihe wurde vor Jahren in Dresden inszeniert mit zum Teil bundesweiter Resonanz. Die "Düsseldorfer Reden" wollen dazu nicht in Konkurrenz stehen. Wir stellen uns vielmehr gerne in eine Tradition der kulturellen und intellektuellen Meinungsbildung, die zu pflegen uns ein tiefes Anliegen ist. Wir sind der Überzeugung, dass es mehr denn je Zeit ist, wieder innezuhalten. Und wir sind auch der Meinung, dass die große Kulturinstitution des Theaters dafür ein guter und anregender Ort ist.

In der Reihe unserer Vortragenden darf sie im Lutherjahr natürlich nicht fehlen: Margot Käßmann kommt am 26. März als Botschafterin des Reformationsjubiläums nach Düsseldorf. Die 58-jährige Theologin und frühere Landesbischöfin dürfte - wie es ihre Art ist - im Schauspielhaus nicht nur Gefälliges über Martin Luther sagen.

Kontrastreich geht es dann mit Sascha Lobo (41) weiter. Der bekannte Blogger, Buchautor und Journalist widmet sich seit vielen Jahren den Chancen, aber auch den bedenklichen Auswirkungen digitaler Technologien auf unsere Gesellschaft. Im Schauspielhaus will er am 23. April mit einem Vorschlag aufwarten: wie nämlich die liberale Demokratie im 21. Jahrhundert bewahrt werden kann. Mit Marcel Beyer wird am 28. Mai der literarische Faden unserer Reihe aufgenommen. Der aktuelle Büchner-Preisträger aus Dresden - der im vergangenen Jahr auch mit dem Düsseldorfer Literaturpreis ausgezeichnet wurde - hat vor allem die Gesellschaft im Spannungsfeld von Ost und West im Blick. Die Rede des 51-jährigen Erzählers, Lyrikers und Essayisten trägt den Titel "Demütigung - Politik der ledernen Herzen".

Den Auftakt der "Düsseldorfer Reden" aber wird im Februar der renommierte Soziologe Heinz Bude machen. Bude, der mit einer Arbeit über die Generation der Flakhelfer promoviert wurde, hat sich stets um Gesellschaftsanalysen bemüht, wie auch in seinem jüngsten Werk "Das Gefühl der Welt". Wie aktuell er denkt und forscht, werden die Zuhörer am 12. Februar erleben, wenn Heinz Bude über "gereizte Stimmungen" spricht und fragt, was die deutsche Öffentlichkeit so wahnsinnig aufregt. Zur ersten Veranstaltung können bereits jetzt Karten im Vorverkauf bestellt werden.

Info Central, Worringer Str. 140, Düsseldorf; Karten zum Preis von neun Euro unter www.dhaus.de; oder Tel. 0211 - 36 99 11; alle Reden sollen im Internet und als Videomitschnitt veröffentlicht werden.

Quelle: RP
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