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Bezuschusste Lärmschutzmaßnahmen
Düsseldorfer sollen es ruhiger haben

Bezuschusste Lärmschutzmaßnahmen: Düsseldorfer sollen es ruhiger haben
FOTO: Stadt Düsseldorf/dpa
Düsseldorf. Anders als die Nachbarstadt Köln erfüllt Düsseldorf den Lärmaktionsplan. Köln droht eine Konventionalstrafe. Was viele Bürger nicht wissen: Die Landeshauptstadt bezuschusst bestimmte Lärmschutzmaßnahmen in privaten Wohnungen. Von Thorsten Breitkopf

Lärm in der Großstadt kann zu einer erheblichen Einschränkung der Wohnqualität führen, und vieles deutet darauf hin, dass er gesundheitsschädlich ist. Anwohner großer Bahntrassen und die Nachbarn des Düsseldorfer Flughafens wissen was es heißt, unter Dauerlärm zu leben. Doch es bedarf keiner großen Infrastruktureinrichtungen, um dem Lärm in der Wohnung ausgesetzt zu sein. Besonders an den großen Düsseldorfer Verkehrsachsen auf dem Weg zur und in der Innenstadt sind bedeutende Lärmverursacher. Daher hat sich die Stadt Düsseldorf einen Lärmaktionsplan verschrieben.

Die Nachbarstadt Köln hat diesbezüglich gerade große Probleme. Wie der Kölner Stadtanzeiger berichtet, hat die EU nun ein Überprüfungsverfahren eingeleitet, weil das dortige Umweltdezernat das Thema Lärm wohl vernachlässigt hat. Es drohen Konventionalstrafen, sollte dauerhaft gegen das geltende Recht verstoßen werden. Dieses Problem hat Düsseldorf nicht.

Seit dem Jahr 2004 fördert die Stadt Düsseldorf etwa unter bestimmten Voraussetzungen den Einbau von Schallschutzfenstern. Laut Umweltamt können Fenster in Wohngebäuden mit einer Lärmbelastung durch Straßenverkehr von mehr als 70 Dezibel am Tage oder mehr als 60 Dezibel in der Nacht gefördert werden. Allerdings muss die Baugenehmigung vor dem 1. April 1974 erteilt worden sein. Förderungen gibt es für Fenster in Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Wohnküchen.

"Wenn es allerdings schon eine Förderung, etwa vom Flughafen oder der Bahn AG gibt, gibt es keine städtische Förderung", sagt Stefan Ferber vom Umweltamt. Gezahlt werden 225 Euro je Quadratmeter Fensterfläche und zusätzlich 225 Euro für schallgedämmte Lüfter für Schlaf- und Kinderzimmer. Förderberechtigt sind die Eigentümer, nicht die Mieter.

Seit dem Jahr 2004 wurden insgesamt 2260 Wohnungen mit Schallschutzfenstern durch die Stadt gefördert. Insgesamt wurden dafür in den vergangenen elf Jahren 3,2 Millionen Euro von der Stadt ausgegeben. In den meisten Jahren allerdings wurden die Mittel von den Hausbesitzern nicht vollständig abgerufen. So sind im laufenden Jahr im städtischen Haushalt 300.000 Euro für das Schallschutzfensterprogramm vorgesehen. Bewilligt wurden bislang Fördermittel in Höhe von 280.000 Euro für rund 200 Wohnungen oder umgerechnet 1245 Quadratmeter Fensterfläche.

Neben dem passiven Lärmschutz sieht der Lärmaktionsplan in Düsseldorf aber auch aktive Lärmreduktionen vor. Bekanntestes Beispiel der vergangenen Jahre dürfte der in Düsseldorf erstmals eingesetzte Flüsterasphalt sein. Einige Streckenabschnitt der Düsseldorfer Straßenbahnen sollen zu so genannten Rasengleisabschnitten umgebaut werden. Die Schallabstrahlung der Schienenfahrzeuge Fahrzeuge wird durch den Rasen deutlich reduziert.

Quelle: RP
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