| 13.21 Uhr

Fragen und Antworten
Düsseldorfer Teststrecke für automatisches Fahren startet 2018

Fotos: Der Weg zum Autopiloten ist noch weit
Fotos: Der Weg zum Autopiloten ist noch weit FOTO: dpa, sir
Düsseldorf. Auf Düsseldorfs Straßen sind bald erstmals Autos im automatischen Betrieb unterwegs. Auf einer Teststrecke wird die neue Technik im Straßenverkehr erprobt – die Autos teilen sich Straßen mit menschlichen Fahrern. Betroffen ist auch eine verkehrsreiche Route durch die Innenstadt.  Von Arne Lieb

Was soll die Strecke bringen?

Das automatisierte Fahren gilt als wichtige Technologie der Zukunft, es müssen aber noch technische und rechtliche Fragen geklärt werden, bevor es Standard wird. Das Bundesverkehrsministerium hat einen Fördertopf mit einem Volumen von 100 Millionen Euro aufgelegt, um Forschungsprojekte zu fördern - und ein Düsseldorfer Projekt gehört zu den Nutznießern. Neun Millionen Euro gehen an das Vorhaben mit dem Titel "Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf (KoMoD)". Die ersten automatischen Autos sollen im kommenden Jahr auf die Strecke gehen, das Projekt läuft bis Juni 2019.

Die Testrecke für automatische und vernetzte Autos führt über die Rheinkniebrücke. FOTO: Detlef Ilgner

Was wird erforscht?

Um automatisiertes Fahren im Alltag zu ermöglichen, muss die Infrastruktur angepasst werden. Die "intelligenten" Autos werden zum Beispiel mit Ampeln vernetzt, um die Signale per Funk zu erhalten, sie sollen auch auf digitalem Weg wichtige Informationen etwa zu Höchsttempo oder Staus bekommen. Komponenten für diese umfassende Vernetzung werden in Düsseldorf erprobt. Die Autos sollen auch Informationen senden: Der Rheinufertunnel könnte zum Beispiel automatisch die Verkehrsführung ändern, wenn ein Fahrzeug einen Schaden meldet, durch den eine Fahrbahn blockiert ist.

Woher führt die Strecke?

Das Düsseldorfer Testfeld erstreckt sich von der A57 über die A52, Brüsseler Straße (B7), Heerdter Dreieck, Vodafone-Campus, Rheinalleetunnel und über die Rheinkniebrücke bis zu einem Teil der Friedrichstadt (Elisabethstraße, Fürstenwall, Herzogstraße, Friedrichstraße).

Fahren die Autos ohne Fahrer?

Nein. Es befindet sich für Notfälle immer ein Mensch im Auto.

Wer steckt hinter dem Projekt?

Beteiligt sind zwölf Partner aus Wirtschaft und öffentlicher Hand, darunter Siemens und Vodafone sowie das städtische Verkehrsamt und der Landesbetrieb Straßen NRW. Als Forschungseinrichtungen sind die RWTH Aachen, das Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Fachhochschule Potsdam beteiligt. Die Stadt erhält rund 1,5 Millionen Euro der Fördersumme, damit sind ihre Kosten gedeckt. Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) und der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Jarzombek sagten beide angesichts des Förderbescheids, sie erhofften sich, dass Düsseldorf ein Vorreiter für die Zukunftstechnologie wird.

Können bald auch Privatleute automatisch durch Düsseldorf fahren?

Nein. Bis dahin sind viele Fragen zu klären. Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern auch um Ethik, den Datenschutz oder die Haftpflicht. Der Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Andreas Rimkus (SPD) hat dazu eine Anfrage ans Verkehrsministerium gestellt. Auch Rimkus lobt den Einsatz für die Zukunftstechnologie. "Das vernetzte und automatisierte Fahren darf aber nicht zu einer Entmündigung der Autofahrer führen", sagt er.

Fahren Straßen- und U-Bahnen bald auch automatisch?

Rheinbahnchef Michael Clausecker geht davon aus, dass das in absehbarer Zeit kein Thema wird. Denn anders als der automatische Skytrain am Flughafen muss sich die Rheinbahn in einem Straßenraum mit vielen anderen Teilnehmern bewegen. Ein menschlicher Fahrer ist noch nicht zu ersetzen. Allerdings wirkt auch die Rheinbahn an der Testrecke mit. Ein Ziel ist es, die Ampeln besser einzustellen. Zudem experimentiert die Rheinbahn mit technischen Hilfen für die Fahrer.

 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Düsseldorfer Teststrecke für automatisches Fahren startet 2018


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.