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Düsseldorf
Düsseldorfer unter Mordverdacht

Düsseldorf. 35-jähriger Schwager der seit einem Jahr verschwundenen Hanaa S. verhaftet

Von der sechsfachen Mutter Hanaa S., deren Verschwinden sich im April jährt, fehlt noch immer jede Spur. Doch jetzt hat die Polizei erneut zwei Männer aus der Familie der Irakerin unter Mordverdacht festgenommen. Die Fahnder gehen nicht mehr davon aus, die 35-Jährige lebend zu finden.

Einer der Männer, gegen die bereits Haftbefehl erlassen wurde, ist Anfang der Woche in Düsseldorf festgenommen worden. Es soll sich um den 35-jährigen Schwager der vermissten Frau handeln, die am 21. April 2015 zum letzten Mal lebend gesehen worden war. Bereits im November war der 17-jährige Sohn der Frau ebenfalls in Düsseldorf festgenommen worden.

Die 35-Jährige hatte in Solingen gelebt, sich Anfang des Jahres von ihrem Mann getrennt - auch der ist diese Woche verhaftet worden. Seine Familie soll gemeinsam die Entführung und Ermordung von Hanaa S. geplant und ausgeführt haben. Und dabei soll auch ein Kiosk in Unterbilk eine Rolle gespielt haben, den eine Spezialeinheit der Polizei im Auftrag der Solinger Ermittler im vergangenen Mai durchsuchte. Spürhunde schlugen im Durchgang zum Lager des Büdchens, im dazugehörigen Treppenhaus und in einem Fahrzeug an.

Hinweise auf ein solches Fahrzeug hatten die Mordkommission später nach Süddeutschland geführt, wo im Sommer in der Nähe von Karlsruhe und im Herbst in einem Waldstück im nördlichen Baden-Württemberg vergeblich nach der Leiche von Hanaa S. gesucht wurde. Auch ohne Leiche plant die Staatsanwaltschaft Wuppertal, die federführend in dem Verfahren ist, eine Mordanklage.

Mit den Verhaftungen in dieser Woche, über die die Ermittler erst gestern informierte, sind jetzt vier Mitglieder der Familie in Haft, die Hanaa S. verlassen hatte: Ihr Mann (41) wurde in Köln festgenommen, der 17-jährige Sohn wie jetzt sein Onkel in Düsseldorf. Ein weiterer, 24 Jahre alter Bruder des Ehemanns war im Herbst in Kroatien gefasst worden.

(sg)
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