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Serie Düsseldorfer Plätze
Düsseldorfs künftiger Hotspot

Serie Düsseldorfer Plätze: Düsseldorfs künftiger Hotspot
Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da: Großstadtlichter auf dem Stresemannplatz. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Der Stresemannplatz hat das Potenzial, ein angesagter Ort in der Stadt zu werden: Es gibt schöne Häuser und die Lage ist günstig. Nun könnte die Neugestaltung des Bahnhofsviertels seine große Chance sein. Von Torsten Thissen

Friedrichstadt Man könnte ja sagen, dass der Stresemannplatz einen Dornröschenschlaf hält und nur darauf wartet, wachgeküsst zu werden. Ilse Bernau würde das allerdings nicht sagen, und sie wohnt schließlich schon sehr lange hier. Sie findet eigentlich alles ganz gut, so wie es ist. Hier muss niemand wachgeküsst werden, sagt sie und nimmt einen Schluck aus der Flasche. Es ist elf Uhr am Morgen.

Wie lange sie schon hier ist, weiß sie jetzt auch nicht genau, aber zumindest so lange, dass sie noch genau weiß, wie der Platz ausgesehen hat, als noch nicht die Autoreifen und Palmen sein Bild bestimmten. Sie erinnert sich an einen Ort, der zu den verkehrsreichsten in Düsseldorf gehörte, an dem es ständig krachte bis dann die Yucca-Palmen und Gräser kamen. Und am wichtigsten: die neue Verkehrsführung, 2007 war das. Das Bepflanzungs-Konzept stammt von Tita Giese und soll an eine mittelamerikanische Verkehrsinsel erinnern.

Spötter mögen nun einwenden, was zur Hölle so herrlich an mittelamerikanischen Verkehrsinseln ist, dass man ihr Erscheinungsbild in Mitteleuropa aufgreift. Zumal die Palmen nicht den besten Eindruck machen, grau sind einige, braun auch, was aber ganz gut zur Stimmung am Stresemannplatz passt, besonders in der Nacht, wenn es die Menschen etwa in die Ellington-Bar treibt. Die Gegend hat was, etwas Schmuddeliges, Verruchtes mit den Sexshops, den Hotels, die wirklich schon bessere Zeiten gesehen haben, mit der alten Tankstelle; etwas, in dem man sich verlieren kann.

Die Großstadt braucht solche Orte, an ihnen werden die Nächte durchgemacht. Die Bar ist ein Exot in der Gegend. Vor allem, nachdem das "Da Bruno" weggegangen ist. Inzwischen steht das Haus an der Scheurenstraße leer, irgendwann sollen Studentenwohnungen hinkommen, heißt es, doch mittlerweile gibt es auch Gerüchte am Stresemannplatz, dass es doch nicht dazu kommt. "Bedauerlich" findet Christina Lüdtke das. Sie ist Inhaberin des Linzbach, des wohl best sortierten Tabakfachgeschäftes von Düsseldorf, direkt am Stresemannplatz. Auch Linzbach ist ein Exot, vor allem wenn Miteigentümer Werner Schmitz in den Hinterraum einlädt, dann gibt es Rum-Verkostungen, Champagner-Abende, offene Runden mit Künstlern, Nachbarn, Nachtschwärmern, Gourmets und vielen Exzentrikern, die eine Großstadt wie Düsseldorf ja auch beherbergt, die genau hier ihren Platz finden, bei den Yucca-Palmen.

Nebenbei findet Frau Lüdtke die Palmen schön, auch die Beleuchtung, allerdings "komme ich aus einer ganz anderen Ecke und verbringe die meiste Zeit natürlich im Geschäft", sagt sie. Es bräuchte ein Café, irgendwas, wo man in der Sonne sitzen kann. Es bräuchte mehr Bars und mehr Schönes. "Vielleicht kommt das ja noch." Dann würde wohl auch die Bank am Stresemannplatz ihr Foyer nicht mehr ab 16 Uhr schließen. Aus Angst vor Vandalismus. - Auf 1,3 Hektar sollen am Bahnhof, nicht weit entfernt, neue Wohnungen entstehen. Es gibt Pläne für einen kompletten Wandel des Viertels, schick soll es hier werden, wo man fünf Minuten bis zur Kö läuft. Es ist Mittag, llse Bernau bleibt noch ein bisschen. So schnell geht das dann ja auch nicht.

Quelle: RP
 
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