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Düsseldorf
Düsseldorfs namenlose Parks

Die namenlosen Parks in Düsseldorf
Die namenlosen Parks in Düsseldorf FOTO: Endermann Andreas
Düsseldorf. In der Stadt gibt es Grünanlagen, die nicht viele kennen. Der Blogger Sebastian Brück startet einen Appell, ihnen Namen zu geben. Von Denisa Richters (Text) und Andreas Endermann (Fotos)

Wie viele Grünflächen und Parks es in Düsseldorf gibt, wurde der breiten Bevölkerung zu einem traurigen Anlass klar: Als Pfingsten 2014 der Orkan "Ela" durch Düsseldorf fegte, blieb kaum eine Grünanlage ohne massive Schäden. Die Wiederbepflanzung ist zwar noch immer nicht abgeschlossen, doch längst genießen die Düsseldorfer wieder ihre Parks.

Davon gibt es stadtweit viele, an die 30. Der berühmteste Park ist der denkmalgeschützte Hofgarten, der nach einem einem Entwurf von Maximilian Friedrich Weyhe entstand und sich auf knapp 28 Hektar durch Düsseldorfs Innenstadt zieht. Ebenso bekannt ist der Park von Schloss Benrath. Und die Veranstaltungsreihe "Parklife" mit DJs und Picknick zeigt, wie sich modernes urbanes Leben in den Parks der Stadt abspielt.

1. Bilk Und wohl jeder hat so seinen Lieblingspark. So auch Sebastian Brück, der als kreativer Blogger seine Stadt erkundet, insbesondere als Düssel-Flaneur bei Spaziergängen mit einem fiktiven Freund entlang des Gewässers, das Düsseldorf seinen Namen gab. Brücks Lieblingspark ist offiziell gar keiner und hat auch keinen Namen: Er zieht sich von der Mecumstraße neben der Feuerbachstraße, selbstverständlich entlang der Düssel, zum Hennekamp. Es gibt zwei Spielplätze, wird von Spazierwegen durchzogen, hat Sitzbänke und an seiner breitesten Stelle - auf Höhe des Kunstrasenplatzes von Turu 1880 - sogar eine Liegewiese. Für viele Anwohner aus Bilk, Oberbilk und Friedrichstadt gehört er seit Jahrzehnten zum Alltag, weiß Brück. "Und er beweist, dass eine grüne Lunge auch lang und schmal sein kann." Nun will er sich dafür stark machen, dass sein Lieblingspark doch einen Namen bekommt.

Brück hat auf seinen Spaziergängen viele solcher attraktiven, für die Bewohner des jeweiligen Stadtteiles wichtigen und dennoch unbenannten Grünanlagen entdeckt:

2. Wersten Von Siegburger/Harffstraße zur Nixenstraße erstreckt sich ein idyllischer Grünstreifen mit einem Spazierweg entlang des Flussstreifens. Die Grünverbindung wurde laut Silke Wiebrock vom Gartenamt 2009 fertiggestellt und bietet eine Pflanzenvielfalt mit Weißdorn, Schlehen, Weiden, Gabionen, Clematis, Wiesensalbei, Sumpf-Schwertlilien Glockenblume und Scharfgarbe. Dieser Grünstreifen mündet in die Grünfläche, die auf dem "Werstener Deckel" über der A46 angelegt worden ist. Brück bezeichnet das als "Tunneldeckenpark".

3. Eller Die Fortsetzung davon ist für den Düssel-Flaneur die "Werstener Riviera". Dieser Grüngürtel führt entlang des Friedhofs Eller zur Straße Am Straußenkreuz.

4. Eller II Spannend findet Brück auch den renaturierten Düssel-Abschnitt ab der Krippstraße Richtung Nordosten entlang der Vennhauser Allee. Dort gibt es einen Minigolfplatz und eine Hundefreilauffläche. Laut Silke Wiebrock gehört die Fläche zum Stadtentwässerungsbetrieb beziehungsweise der Liegenschaftsabteilung des Katasteramtes.

5. Vennhausen/Gerresheim Einen weiteren attraktiven, aber namenlosen Grüngürtel hat Brück von Vennhausen bis nach Gerresheim ausgemacht: Er verläuft entlang der Düssel vom Kamper über den Sandträger- und Gothaer Weg bis Alte Insel/Glashüttenstraße. "Der letzte Abschnitt ist sehr breit und durch den weiten Blick eine der schönsten grünen Düssel-Ecken im Stadtgebiet überhaupt", so sein Fazit.

6. Wersten II Und noch ein Tipp des Düssel-Flaneurs, der in diesem Fall fremdspaziert ist - entlang des Brückerbachs: Vom Werstener Kreuz/ Auf'm Rott/Rheindorfer Weg zieht sich ein 120 Meter breiter Grüngürtel etwa zwei Kilometer bis zur Münchner Straße. Sein Namensvorschlag: "Deichpark Wersten" wegen der Deichmauern am Bachufer.

Diese 14.500 Quadratmeter große Grünfläche ist vom Gartenamt ganz neu gestaltet worden. Es gibt Wild- und Liegewiesen, Gehölze und Sträucher, in denen sich Vögel gut einnisten können.

Laut Silke Wiebrock sind Grünwege wie die von Brück beschriebenen insbesondere in und rund um die Wohnsiedlungen der Nachkriegsjahre wie in Garath und Hellerhof, Eller und Vennhausen sowie Hassels oder Wersten angelegt worden und seien bis heute wichtig für die Grünvernetzung in der Stadt. Hinzu kommen tiefergelegte und gedeckelte Verkehrs-Trassen wie der Gründeckel auf den Autobahnen A46 und A 44, die Promenade auf dem Rheinufertunnel oder bald auf dem Kö-Bogen-Tunnel.

Und wie funktioniert es mit der Namensgebung? Dafür sind wie bei den Straßen- oder Platzbenennungen die jeweiligen Bezirksvertretungen zuständig - soweit es nicht über die Bezirksgrenze hinausgeht.

Quelle: RP
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