| 18.37 Uhr

Düsseldorf
Duo soll Mann zum Verkauf von Drogen gezwungen haben

Düsseldorf. Statt für einen Autokredit zur Bank zu gehen, hatte sich ein Arbeitsloser im April 2015 angeblich bei einem Kumpan das Geld geliehen. Weil er sich dann aber geweigert habe, das Darlehen mit Drogendeals abzuarbeiten, wurde er laut Anklage von den Kumpels entführt und in eine Wohnung verschleppt, wo ihm dann eine Pistole an den Kopf gesetzt worden sei.

Über diese Anklage verhandelt seit Montag das Landgericht gegen zwei Männer (beide 33). Ob sie früher dem weiteren Umfeld der Hells-Angels zuzurechnen waren, wie es gerüchteweise hieß, ist noch ungeklärt. Das Opfer, das hier als Kronzeuge aussagen sollte, ließ sich gestern nämlich nicht mal blicken.

Da beide Angeklagte bisher keine Aussagen machten, muss sich die Staatsanwaltschaft auf die Aussage des angeblichen Opferzeugen stützen. Und darauf, dass in der Wohnung des Geldgebers später tatsächlich Drogen gefunden wurden, darunter auch fast zwei Kilo Marihuana. Davon sollte der Autokäufer wöchentlich angeblich hundert Gramm verkaufen, den Erlös beim Hauptangeklagten abliefern und so seinen Autokredit (1640 Euro zum Ankauf eines BMW) nach und nach tilgen. Doch laut Anklage soll der Autokäufer nur zögernd mitgemacht, seine Drogenverkäufe zuletzt ganz verweigert haben.

Als "Denkzettel" sei er dafür von einem der 33-Jährigen mit einem unbekannten Komplizen in die Wohnung des Geldgebers verschleppt und dort mit dem Tod bedroht worden sein. Man habe ihn, teilte er der Polizei hinterher mit, in den Keller gebracht, ihm eine Pistole an die Schläfe gehalten und ihm gedroht, er werde umgebracht und im Garather Wald verscharrt. "Wir haben schon ganz andere Sachen für weniger Geld gemacht", sollen die Täter erklärt, ihr Opfer dadurch in Todesangst versetzt haben. Aus seiner Wohnung habe er den Tätern deshalb als Pfand für das Autodarlehen ein iPhone, einen Laptop und die Autopapiere übergeben müssen.

Als er diese Details am Montag aber als Zeuge im Prozess gegen zwei der Verdächtigen wiederholen sollte, ist der Kronzeuge gar nicht erst nicht erschienen. Alle Versuche, ihn zu erreichen, schlugen fehl. Das Gericht verhängte daher 150 Euro Ordnungsgeld gegen ihn und kündigte an, ihn im weiteren Prozessverlauf von der Polizei abholen und im Gerichtssaal vorführen zu lassen.

(wuk)
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