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Serie Sportliches Düsseldorf
Das sind die Fitness-Trends der Studios

Serie Sportliches Düsseldorf: Das sind die Fitness-Trends der Studios
Claudia Kieper (r.) und Andrea Robniné powern sich beim "Bodyattack" aus. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. KamiBo, Jumping, Functional Training und Bodyattack haben viele Fans. Bei Musik und in der Gruppe macht Sport mehr Spaß. Von Holger Lodahl

Jumping Fitness-Trainerin Ulrike Pokladeck steht auf einem Trampolin mit einem Durchmesser von etwa einem Meter. Sie geht leicht in die Knie, zieht den Bauch ein und legt los: Mit kurzen, schnellen Bewegungen springt sie auf und ab, balanciert mit den Armen und variiert zuweilen die Position der Füße. "Ins Trampolin springen, nicht in die Höhe", ruft sie und übertönt die Musik, die durch den Kursraum im Alma-Fitness-Studio dröhnt. Bis zu 50 Teilnehmer machen mit, jeder auf einem Trampolin. "Jumping" heißt der Kurs, der vor Kurzem ins Programm aufgenommen wurde. "Und jetzt den Kopf ausschalten, Vollgas geben, Spaß haben und den Stress loslassen", ruft Pokladeck und beugt sich nach vorn. Dann legt sie die Unterarme auf eine Stütze, die mit einer Stange am Trampolin befestigt ist. "Beine, Po, Bauch, aber auch Hüfte, Rücken und Schultern werden trainiert", erklärt die Trainerin. Zwar animiert sie die Teilnehmer, ihre Geschwindigkeit nachzumachen, aber: "Jeder soll nach Lust, Laune und eigenem Ermessen springen." Der Spaß stehe im Vordergrund, weil sich viele Teilnehmer an ihre Kindheit erinnern. "Es ist ein bisschen, wie auf dem Bett herumhüpfen." Nach einer Stunde sind alle erschöpft, aber gut gelaunt. Wie viele Kalorien das Trampolinspringen verbraucht? "Sehr viele, aber genau weiß ich es nicht", sagt Ulrike Pokladeck. "Kalorien zählt hier niemand. Hauptsache, das Jumping macht Spaß."

Kami Bo Das Motto von Fitness-Trainer Michael dela Cruz lautet: "Wer geistig fit ist, ist auch körperlich fit." Der Düsseldorfer Fitness-Trainer hat ein Konzept entwickelt, um beides sportlich zu verknüpfen. "Kami Bo" heißt der Sport-Kurs, den Michael dela Cruz nun bei Alma Sports gibt. Eine Stunde ist in vier Phasen aufgeteilt. Zuerst macht Michael mit seinen Teilnehmern einige Atemübungen, um vom Alltag Abstand zu nehmen. Dann startet er mit dem Ausdauertraining, einer Mischung aus Box-Training und anderen Fitness-Formen. Aufwendige Geräte oder gar Boxhandschuhe sind nicht nötig. Die bis zu 60 Kursteilnehmer boxen in die Luft - und das ist anstrengender, als manch einer denkt: Anfängern geht zuweilen schnell die Puste aus. Im dritten Abschnitt werden die gelernten Sportbewegungen vertieft und wiederholt, bis es im letzten Teil vom KamiBo wieder ruhiger wird. "Jeder kann einige Minuten über die Stunde und den Tag reflektieren und seine innere Ruhe finden", sagt dela Cruz.

Jörn Philipp Wulff demonstriert eine Übung des "Functional Training Xpress" mit Kugelhantel. FOTO: Andreas Bretz

Functional Training Xpress Bauch, Rücken, Po, Beine - eigentlich bietet dieser neue Fitness-Kurs bei Holmes Place an der Kö nichts Bahnbrechendes. Neu aber ist, dass der Kurs nur 15 Minuten dauert - Xpress eben - und den Teilnehmern etwas bietet, das sie im Alltag bewusst und funktional anwenden sollen. Fitness-Trainer Jörn Philipp Wulff macht eine Übung vor. Er liegt seitlich auf einer Matte und hält in seiner Hand eine Hantel. Dann dreht er sich auf den Rücken und steckt die Hand mit dem Gewicht nach oben. Der 30-Jährige richtet sich langsam auf, stützt sich auf den Ellenbogen, drückt die Knie durch - und hält dabei stets die schwere Hantel nach oben. Am Ende steht er aufrecht auf der Matte. "Die Übung kräftigt den ganzen Körper und hilft im Alltag, bewusst und ohne Zerrungen aufzustehen - zum Beispiel nach einem Sturz oder einfach einem Schläfchen." Eine andere Übung ist die klassische Kniebeuge, die - sofern korrekt ausgeführt - beim Lastentragen hilft oder beim Aufstehen vom Schreibtisch. "Die Haltung vieler Menschen ist durch jahrelanges Sitzen vermasselt", sagt er. Das Functional Training Xpress helfe bei einem Einsatz von wenig Zeit, verlorene Mobilität wieder zu erlangen.

Bodyattack Laute Pop-Musik mit wummernden Bässen dröhnt durch den Kurs-Raum, im Rhythmus macht Fitness-Trainerin Claudia Kieper das Cardio-Workout "Bodyattack" vor. Ein paar Schritte seitwärts, dann im Sprung die Arme hoch, anschließend in die Liegestützposition und ohne Pause auf der Stelle joggen, alles innerhalb weniger Sekunden. Kein Zweifel: Bodyattack ist wirklich ein Angriff auf den Körper - nichts für Weicheier. Im Fitnessstudio Just Fit hetzt Claudia Kieper fast eine Stunde lang bis zu 50 Kurs-Teilnehmer von einem Track zum nächsten: Sprünge, Armkreisen, Laufen, Kniebeugen und - der Grundschulsport lässt grüßen - auch der Hampelmann ist dabei. Richtig neu sind die Details für niemanden, wohl aber, in welcher Geschwindigkeit sie ausgeführt werden. "Es ist schon manchmal wie in einem Militärcamp", sagt Andrea Robiné. Die Marketing-Managerin hat schon einige Kurse mitgemacht und kann gut mit der Geschwindigkeit von Claudia Kieper mithalten. "Jedes Bodyattack folgt einer festen Choreographie, die wir jedes Mal besser kennen." Aus diesem Grund sei das Workout auch ein Gedächtnistraining. "Wir sind im Geiste immer ein paar Sekunden voraus." Es gehe auch um Stolz und Willenskraft, denn: "Es gibt Momente, in denen ich einfach gehen möchte. Wir treiben es bis zur Heulgrenze." Aber keiner gibt auf, betont Kieper. "Jeder, der einmal angefangen hat, hält bis zum Schluss durch. Der Ehrgeiz lässt ein Aufgeben nicht zu", sagt sie.

Quelle: RP
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