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Düsseldorf
EC-Karten sind unbeliebt bei Wirten

Düsseldorf: EC-Karten sind unbeliebt bei Wirten
Jan Wolfhagen leitet den "Schwan" in Pempelfort. Das Restaurant akzeptiert Kartenzahlung - auch wenn die Margen dabei kleiner sind. FOTO: Endermann
Düsseldorf. Die Nachfrage bei Kunden, die mit Karte zahlen wollen, steigt. Trotzdem verlangen viele Gastronomen immer noch Barzahlung. Warum? Von Ludwig Krause

Dennis Zimmermann kennt die Reaktionen seiner Kunden. "Die meisten wissen, dass man bei uns nur in bar bezahlen kann", sagt der Inhaber von "Bob & Mary" im Medienhafen. "Gerade zu Messezeiten kommt es aber vor, dass wir Besucher von außerhalb haben. Denen müssen wir erst erklären, dass sie nicht mit Karte zahlen können." Doch bald reagiert auch der Burgerladen auf die steigende Nachfrage: Ende Mai führt "Bob & Mary" die EC-Kartenzahlung ein, rechtzeitig zur Eröffnung der zweiten Filiale in der Altstadt.

Wer Pizza, Pasta und Cocktail in Düsseldorf gerne mit EC-Karte zahlt, sollte zur Sicherheit ausreichend Bargeld in der Tasche haben. "Für den Gast wäre es natürlich angenehmer, wenn er überall die Wahl zwischen Karten- und Barzahlung hätte", sagt Ralf Scherfling, Finanzexperte von der Verbraucherzentrale NRW. Aber während manch einer schon über kontaktloses Zahlen oder Rechnung per Fingerabdruck nachdenkt, ist selbst die klassische Kartenzahlung in der Landeshauptstadt nicht überall möglich. Auch junge Namen der Gastronomie setzen noch ausschließlich auf Barzahlung. Und das, obwohl die Kosten dafür zuletzt eher gestiegen sind. So hat die Stadtsparkasse zum 1. April Gebühren auf Bareinzahlungen für Gewerbekunden eingeführt.

Warum also die Liebe zu Scheinen und Münzen? "Bei uns hat das bisher mehrere Gründe gehabt", sagt Zimmermann. "Die Abrechnung in bar geht einfach viel schneller, als mit Karte", sagt der Gastronom. Bei "Bob & Mary" dürften die Kellner außerdem ihr Trinkgeld abends mit nach Hause nehmen. "Und das ist bei Zahlungen mit der Karte deutlich aufwendiger." Und drittens stehen immer noch die Kosten der Karten-Terminals im Raum. "Wir kalkulieren eh schon knapp bei unseren Burgern", sagt er.

Dazu komme, dass viele Gäste immer noch lieber mit Bargeld zahlen wollen, wie Thorsten Hellwig von der Dehoga NRW sagt. "Die Gastronomie ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Wenn die Kunden nur noch mit Karte zahlen wollten, hätte auch jedes Geschäft ein Karten-Terminal." Doch auch die Cafés und Restaurants beobachten den Trend zum Plastik. "Bei uns halten sich Karten- und Barzahlungen fast schon die Waage", sagt Kerstin Rapp-Schwan, Inhaberin vom "Schwan" in Düsseldorf. "Natürlich freuen wir uns über die größeren Margen, wenn jemand mit Münzen und Scheinen zahlt. Gerade weil es von allen Seiten Preiserhöhungen gibt. Aber für uns gehört das zum Service am Gast dazu. Ich könnte mir das Restaurant ohne Kartenzahlung nicht vorstellen", sagt sie.

Ein Recht darauf, ohne Scheine und Münzen zu zahlen, haben Verbraucher nicht. "Das Restaurant sollte dem Kunden deutlich sichtbar machen, wie gezahlt werden kann - am besten schon im Eingangsbereich", sagt Ralf Scherfling. "Findet man als Gast solch einen Hinweis nicht, sollte man den Kellner schon vor der Bestellung danach fragen."

Für den Fall, dass der Kunde bereits die Leistung in Anspruch genommen (also gegessen oder getrunken) hat, sei die rechtliche Situation nicht ganz so eindeutig zu beantworten, wie Christian Urban, Jurist bei der Verbraucherzentrale NRW, sagt. "Es steht natürlich fest, dass der Kunde zahlen muss. Im Alltag sollte er dem Wirt anbieten, ein Pfand hinterlegen zu dürfen oder seine Personalien zu hinterlassen." Danach gelte es, den Betrag schnellstmöglich zu begleichen.

Übrigens: Wer sich zum Essen den passenden Wein gegönnt hat und die Heimfahrt mit dem Taxi antreten möchte, sollte ebenfalls nicht auf die EC-Karte setzen. "Der Fahrpreis ist sofort nach Beendigung der Fahrt in bar zu entrichten", heißt es von der Stadt. "Taxifahrer sind nicht verpflichtet, Schecks, ausländische Währungen oder Kreditkarten zu akzeptieren."

Quelle: RP
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