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Ehrlich, aber ein Systemfehler

Arndt Hallmann erhält - auch wenn er nicht mehr arbeiten würde - Bezüge, von denen Normalverdiener nur träumen können. Dass er trotzdem einen neuen Job antritt und dadurch weniger Geld von der Sparkasse bekommt, ist ein ehrlicher Zug und fair gegenüber den Sparern der Bank. Dass das auch anders geht, zeigt ein halbes Dutzend steinreicher Spaziergänger, die mal Sparkassenvorstände waren, gegangen wurden und nun nicht mehr arbeiten. Lob dafür.

Allerdings ist wohl angesichts der enormen Beträge das gesamte System zu hinterfragen. Dass ein hoher Manager nach einem Rauswurf nicht finanziell ins Bodenlose fällt, ist ja schon in Ordnung. Aber dass Menschen, die nicht mehr für ein öffentlich-rechtliches Unternehmen arbeiten, dennoch weiter Bezüge erhalten, von denen sie jährlich theoretisch ein neues Reihenhaus im Grünen bauen könnten, ist in keiner Weise in Ordnung. Wo ist die Verhältnismäßigkeit, wenn ein bereits ausgeschiedener Manager das Zehnfache einer in Vollzeit arbeitenden Kassiererin erhält? Viele rufen bei solchen Fällen nach dem Gesetzgeber, das aber ist gar nicht notwendig. Eine Selbstverpflichtung der mächtigen Sparkassenverbände zur Mäßigung bei dieser Art von Altersvorsorge wäre mehr als sinnvoll.

thorsten.breitkopf

@rheinische-post.de

Quelle: RP
 
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