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Düsseldorf
Ein Danke schön für die Obdachlosen-Helfer

Düsseldorf: Ein Danke schön für die Obdachlosen-Helfer
Die Organisatoren des Fests (v.l.) Pascal Harmßen, Janusz Wiartalle und Marvin Kött auf der Wiese am Rheinturm, wo das Fest gefeiert wurde. FOTO: Bauer
Düsseldorf. Beim "Give back"-Fest am Rheinturm gab es Live-Musik, Spiele und Begegnungen. Von Nicole Esch

"Die Idee, dass manche Leben weniger wert sind, ist die Wurzel allen Übels auf dieser Welt." Dies ist einer der vielen Sprüche, die auf dem Gehweg rund um das "Give Back" Sommerfest am Rheinturm aufgeklebt sind. Sie sollen ein Zeichen gegen gesellschaftliche Ignoranz setzen. Ein Ziel, das sich auch die "Give Back" Initiative gesetzt hat. Zweimal im Monat gehen die Mitglieder der Gruppe mit ihrem Bollerwagen auf die Straße und versorgen Obdachlose mit Essen, Kleidung, Hygieneartikeln und anderem, sagt Pascal Harmßen, einer der Organisatoren. Angewiesen sind sie dabei auf Spenden, vieles kommt auch aus der eigenen Tasche. "Am Anfang haben sich viele auf der Straße gewundert, was wir machen. Mittlerweile kennen uns alle und sind sehr dankbar", sagt Harmßen. "Das läuft auch häufig sehr emotional ab. Einige weinen sogar", ergänzt Janusz Wiartalla. Am liebsten würden die beiden, jede Woche losziehen, um zu helfen.

Das gemütliche Sommerfest für Groß und Klein soll ein großes Dankeschön an die Helfer sein. Obdachlose haben die Möglichkeit, sich dort zu integrieren. Live-Musiker unterhalten die Anwesenden beim Essen, Spielen und Klönen. Statt auf Bänken, sitzen die meisten lieber einfach auf der Wiese und genießen die Sonne und den Tag.

Jennifer Naumann schneidet heute kostenlos Haare. Seit einigen Monaten ist sie auch mit den "Give Backers" unterwegs. "Erst bin nur so mitgezogen. Dann habe ich gedacht, wieso sollte ich nicht auch Haare schneiden. Jeder hat ein Recht auf einen guten Haarschnitt", sagt die 27-jährige Frisör-Auszubildende. "Ich mag es etwas zurückzugeben." Naumann hat selber mal auf der Straße gelebt und weiß, wie sich das anfühlt. Die Düsseldorferin freut sich sehr über den großen Andrang an ihrem Stand. Viele sind extra zum Haareschneiden gekommen. "Vorhin war ein Obdachloser mit echt vielen Haaren da. Der hat sich so gefreut."

Rolf Schillberg ist einer von Naumanns Kunden. Er ist durch Zufall bei dem Fest gelandet. "Wir wollten uns im Hafen die Schiffe angucken und haben Musik gehört. Da wollten wir mal sehen, was los ist", sagt der 61-Jährige. Der Wülfrather arbeitet jetzt als Techniker bei der Diakonie und war früher ehrenamtlich in der Strafgefangenenhilfe tätig. "Es gibt nichts Schöneres, als Menschen zu helfen", findet er. "Ich konnte gar nicht glauben, dass alles umsonst ist. Das kennt man ja sonst gar nicht."

Quelle: RP
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