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Düsseldorf
Ein geschenkter Tag bei der Feuerwehr

Düsseldorf: Ein geschenkter Tag bei der Feuerwehr
In der Brandsimulationsanlage in Garath durfte Jan Mühlenbernd mit Ausbilder Dominik Bernschneider Feuer löschen. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Dank einer RP-Aktion durfte Medizinstudent Jan Mühlenbernd bei einem Besuch Feuer löschen und das Rettungsboot fahren. Von Stefani Geilhausen und Insa Menzel

Das Feuer züngelt noch verhältnismäßig niedrig, der kleine Raum füllt sich immer mehr mit Rauch - und der steht plötzlich mit einem lauten Knall in Flammen. Rollover nennen das die Fachleute, und solche sind es auch, die in der Brandsimulationsanlage der Feuerwehrschule sehr eindrucksvoll vorführen können, wie so etwas passiert. Jan Mühlenbernd hat natürlich schon davon gehört, und in der Theorie hat der freiwillige Feuerwehrmann auch gelernt, wie es zu dieser so genannten Rauchdurchzündung kommt: Wenn etwa bei einem Wohnungsbrand das Mobiliar verbrennt, entstehen Gase, die im geschlossenen Raum durch das Feuer weiter erhitzt werden. Ist genug Sauerstoff vorhanden, entzünden diese Gase sich dann explosionsartig selbst. "Das so direkt zu sehen, war sehr beeindruckend", sagt Mühlenbernd.

Möglich macht's die Brandsimulationsanlage, die erst Anfang des Jahres in Betrieb genommen wurde, und in der jede Art von Feuer gezielt ausgelöst werden kann. Dominik Bernschneider ist einer der Ausbilder an der Feuerwehrschule in Garath, die dort die Azubis in den verschiedenen Löscharten schulen und sie bisweilen auch "an ihre Grenzen bringen", wie der 45-Jährige sagt. Denn keine Theorie kann den Feuerwehrnachwuchs darauf vorbereiten, wie man sich im Feuer fühlt - und wie den Reflex unterdrückt, davon zu laufen.

Die Ausrüstung ist für den freiwilligen Feuerwehrmann Jan Mühlenbernd nicht fremd, der Alltag einer Berufsfeuerwehr dagegen schon. FOTO: Endermann Andreas

Diesmal durfte Jan Mühlenbernd löschen. Der Student hatte bei einer Aktion unserer Zeitung den Tag bei der Feuerwehr gewonnen, und Bernschneider ist ganz zufrieden, dass er gewissermaßen ein Kollege ist. "Da muss ich nicht jeden Fachbegriff erklären." Denn Jan Mühlenbernd kam schon als 13-Jähriger zur Jugendfeuerwehr, ist seit vier Jahren auch bei der aktiven Löschgruppe in seinem Heimatort im Münsterland. Dafür aber bleibt, seit er in Düseldorf Medizin studiert, immer weniger Zeit. Deshalb hat Guido Volkmar ihm bei der Berufsfeuerwehr auch ein besonders vielseitiges Programm organisiert: Mühlenbernd durfte mit dem Rettungsboot fahren, die Löschbootswache und die Leitstelle besichtigen. "Das ist schon etwas anders, so eine Großstadt-Feuerwehr", sagt er.

Den Schalttag im Februar hatte unsere Redaktion zum Anlass genommen, einen besonderen Tag zu verschenken. Die Gewinner durften einen Rheinbahn-Bus steuern, einen Tag mit dem Oberbürgermeister oder dem Riesenrad verbringen. Jan Mühlenbernd hatte sich für die Feuerwehr beworben und löste den Gewinn jetzt ein: "Es war noch viel besser, als ich mir das vorgestellt hatte", sagt er, und versprach zum Abschied, seinem Ehrenamt bei der Feuerwehr treu zu bleiben.

Quelle: RP
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