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"Gulasch-Bräu"
Ein helles Bier aus Oberkassel

"Gulasch-Bräu": Ein helles Bier aus Oberkassel
Präsentierten das "Gulasch-Bräu": (von links) Jürgen Flohr, Herbert Enderlein, Ottomar Scharnbeck (beide Braumeister) und Klaus Unterwainig FOTO: Werner Gabriel
Düsseldorf. 180.000 Euro haben die Wirte Klaus Unterwaining und Jürgen Flohr vom "Alten Bahnhof” in die Hand genommen. Das Ergebnis wurde gestern ausgeschenkt: ein selbst gebrautes Bier. Es ist obergärig, hell und naturtrüb. Von Anke Kronemeyer

Bier wurde an dieser Stelle schon häufiger gebraut -­ zuletzt von 1995 bis 2004, als Gatzweiler den "Alten Bahnhof”, früher Vossen am Belsenplatz -­ betrieb. Seitdem stand die komplette Brauanlage im Keller still. Für die beiden Wirte Klaus Unterwaining und Jürgen Flohr war es schon vor zwei Jahren, als sie den Bahnhof nach gründlicher Sanierung eröffneten, ein Traum, ihr eigenes Bier zu brauen.

Kompetente Unterstützung holten sie sich jetzt bei zwei früheren Kollegen: Denn beide Wirte, die auch das "Gulasch” in Büderich und die "Tonhalle” in Kaiserswerth betreiben, haben viele Jahre gemeinsam in der Schumacher Hausbrauerei gearbeitet.

Da kommen auch die beiden Bierbrauer-Pensionäre Herbert Enderlein und Ottomar Scharnbeck her. Der eine ist 67 Jahre, der andere 69 Jahre alt. Beide waren über 20 Jahre in der Schumacher-Hausbrauerei, vorher viele Jahre in anderen Brauhäusern angestellt.

Die beiden "Senior-Berater” entwickelten mit den Wirten das neue Bier, das nach dem Spitznamen von Unterwaining "Gulasch Bräu” getauft wurde. Von Anfang an stand fest, dass es kein Altbier, sondern ein helles Bier sein sollte. Es sollte süffig, würzig und gut verträglich sein, Lust auf mehr machen und auch die weiblichen Gäste ansprechen. Denn die, so weiß das Quartett, finden Weizenbier oder Pils oft besser als ein herbes Alt-Bier.

Das erste Geschmacks-Ergebnis nach dreimonatigem Brauen und regelmäßigem Verkosten: "Uns schmeckt es auf jeden Fall, das Bier ist richtig gut gelungen.” Schließlich hat es auch nur 28 bis 30 so genannte Bittereinheiten ­- viel weniger als die anderen Biere, die in Düsseldorf im Uerige, Füchschen, Schumacher oder Schlüssel gebraut werden.

Zunächst haben die Brauer vom Belsenplatz vier Sude mit jeweils 15 Hektoliter gebraut. Diese 6000 Liter wollen sie erst einmal an den Mann und die Frau bringen ­- und dann weitersehen. Der Viertelliter kostet genau so viel wie die anderen Biere im Bahnhof: 1,75 Euro. Wenn alles gut läuft und die Nachfrage stimmt, soll das "Gulasch Bräu” auch in Flaschen abgefüllt werden ­- mit 0,25 oder 0,33 Liter Inhalt. Dafür muss dann aber wieder investiert werden: zum Beispiel in eine Flaschenabfüllanlage.

Düsseldorfer Wasser ist zum Brauen zu hart

Warum die Wirtsleute ihr eigenes Bier brauen, können sie schnell beantworten: "Unsere Kunden haben uns immer wieder danach gefragt, wann wir denn ein eigenes Bier präsentieren und die alten Brauanlagen wieder in Betrieb nehmen”, so Jürgen Flohr. Zu dieser Anlage gehören auch die gut polierten Kupferkessel mitten in der Schwemme des Alten Bahnhofs. Die aber sind bislang nur Dekoration.

Bestandteile auch diesen Bieres sind -­ wie bei allen deutschen Bieren seit 1516 ­ - Hopfen und Malz. Und natürlich Wasser. Dabei wird das Düsseldorfer Stadtwasser verwendet, das aber zum Bierbrauen viel zu hart ist. Darum muss es durch Ionentauscher laufen, um den Härtegrad fünf zu haben.

Noch mehr Technik ist im Spiel, wenn Herbert Enderlein detailliert beschreibt, wie das Bier gebraut wird: wie Stärke zu Malzzucker wird, dieser Malzzucker zu Alkohol und Kohlensäure vergärt, das Bier letztendlich mit Hilfe von Hefe reift, geklärt und in Lagertanks gefüllt wird. Das alles dauert etwa vier Wochen. Haltbar ist das frisch gebraute Bier dann wiederum vier Wochen.

Quelle: RP
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