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Düsseldorf
Ein Hoch auf den Freundeskreis

Düsseldorf: Ein Hoch auf den Freundeskreis
Vielleicht für manch einen unerwartet trifft man im Museum Kunstpalast auf italienisches Design im Spot-on-Raum, der den Titel trägt: "Learning from Las Vegas". FOTO: Museum
Düsseldorf. 50 Jahre hat das Museum Kunstpalast treue Unterstützer. Aus diesem Anlass wurden neue Spot-On-Räume eingerichtet. Von Annette Bosetti

Gut, wenn man gute Freunde hat. Das weiß auch Generaldirektor Beat Wismer zu schätzen, der in seinem fast 800 Menschen starken Freundeskreis treue Unterstützer und Förderer der Kunst hat. Die Freunde zahlen 75 Euro Jahresbeitrag zuzüglich einer freiwilligen Spende von 50 Euro. Dafür dürfen sie an exklusiven Previews und Kunstreisen teilnehmen. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich beachtliche Werte angesammelt, die gar nicht leicht zu beziffern sind. Denn immer wieder beteiligen sich die Freunde an Neuerwerbungen, die sie mit den jeweiligen Direktoren absprechen. Da kann eine kunsthistorische Lücke in der Grafik gestopft werden, oder wie aktuell, gibt es 150 000 Euro zur Ergänzung der "Eat-Art"-Bestände. Schaut man auf die circa 200 Stücke umfassende Sammlung, die der Freundeskreis für das Museum Kunstpalast erworben hat, wird klar, dass der Besitzstand sehr hoch sein muss. Die Summe kann derzeit niemand beziffern, sicher ist, dass sich der Wert im hohen zweistelligen Millionenbereich bewegt.

Zum Geburtstagsfest hat man nun viele der Schätze ausgepackt und in neue Zusammenhänge gestellt. Die von Beat Wismer bei seinem Amtsantritt vor acht Jahren aufgelegte Reihe "Spot on" bietet die perfekte Plattform dafür. Verteilt im Haus der Sammlung liegen vier Bereiche, die jeweils ein Mini-Museum im Museum darstellen, jeder Raum hat sein eigenes Thema: Das sind kostbare Gläser der Jugendstilmanufaktur Lötz aus der Sammlung Barlach Heuer. Oder das ist - unter der Überschrift "Learning from Las Vegas" - italienisches Design der 1980er Jahre. Die Sammlungsstücke erinnern an die Zeit, als neues Design wieder gefragt war, an die poppigen 1980er Jahre. Mehr als 50 Möbel und Objekte sind in einem Raum komponiert, darunter Ikonen wie der Sessel "Poltrona di Proust" von Alessandro Mendini oder die Leuchte "Super" von Martine Bebin. Auch die Gruppe Memphis ist vertreten, die 1981 schreiend bunte und arg verspielte Alltagsgegenstände zum Kult erhob.

Eine völlig andere Stimmung wirkt im Achenbach-Kabinett geradezu ansteckend: Zum 200. Geburtstag hat man allein das Schaffen des älteren der Brüder Andreas und Oswald, der beiden berühmten Düsseldorfer Landschaftsmaler, aufgebaut, dazu das wenig bekannte druckgrafische Werk gestellt. "So fröhlich und impressionistisch kannte man Andreas Achenbach bisher kaum", sagt Wismer. Unter den 25 Gemälden und Graphiken sind erstmals bisher unbekannte Ölskizzen aus dem Nachlass des Künstlers zu sehen, kleine betörende Bilder in zarter farblicher Ausgestaltung. Beruhigend einerseits, dazu immer noch frisch kommt das herüber." Für "Moderne Meister" wurden die meisten Werke aus der Sammlung geholt - eine Huldigung an den deutschen Expressionismus. Exquisite Bilder, Teppiche, Aquarelle und Plastiken sind zu sehen, etwa "Große Stehende" von Lehmbruck, gepaart mit einem Aquarell oder die Skulptur "Ruhender Däubler" von Ernst Barlach. Von Otto Dix wird mit seiner "Zirkusmappe" eines seiner graphischen Hauptwerke präsentiert. Schon in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg war das Museum bemüht, die Lücken zu schließen, die durch die Beschlagnahmungsaktionen der Nationalsozialisten gerissen worden waren. So freut man sich noch mehr daran.

Quelle: RP
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