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Düsseldorf
Ein leuchtendes Schiff für den Kö-Graben

Düsseldorf: Ein leuchtendes Schiff für den Kö-Graben
Dieses Boot wurde 20 Vertretern von Stadt und Händlern in einer Präsentation vorgestellt. Es könnte auf Pontons im Kö-Graben schwimmen. FOTO: privat
Düsseldorf. Unter den Anrainern der Königsallee gibt es Streit um die richtige Beleuchtung. Parfümerie-Inhaber Frank Schnitzler präferiert ein leuchtendes Boot. Das Steigenberger ist für Wasser-Licht-Spiele. IG-Kö-Chef Wienen ist skeptisch. Von Thorsten Breitkopf

Der Streit um die Beleuchtung der Königsallee schlägt immer höhere Wellen. Jetzt hat Parfümerie-Inhaber und Kö-Urgestein Frank Schnitzler einen extravaganten Vorschlag gemacht. Schnitzler wünscht sich ein mehr als fünf Meter langes und mehrere Meter hohes leuchtendes Boot auf dem Kö-Graben. "Das Schiff könnte temporär auf dem Kö-Graben auf einem Ponton schwimmen", sagt Schnitzler. Die Kosten pro Boot liegen bei rund 10 000 Euro inclusive Lieferung. Auch mehrere Boote dieser Art hält Schnitzler für sinnvoll. "Die leuchtenden Boote wären eine Attraktion, die Gäste aus dem Umland anziehen würde und die auf der Kö ein neues Wahrzeichen schaffen", so der Unternehmer, der seit vielen Jahren als Berater für Handelsunternehmen wie Breuninger, Douglas oder das KaDeWe arbeitet. Für das Schiff müsste dann ein Sponsor gefunden werden, etwa ein großes Düsseldorfer Unternehmen, die Messe während der "boot" oder eine der Banken an der Kö, meint Schnitzler.

Das leuchtende Boot wurde im März bereits einem ausgewählten Kreis von Entscheidern und Kö-Anliegern bei einem Treffen im Kö-Bogen präsentiert. Teilnehmer dort waren unter anderen DMT-Chefin Eva-Maria Illigen-Günther, Stefan Mühling, Projektentwickler des Kö-Bogens, Uwe Kerkmann, Chef der Wirtschaftsförderung, Dirk Krüssenberg vom Marketingclub, Interconti-Chef Ronald Hoogerbrugge sowie zahlreiche Händler. Die Vertreter der Interessengemeinschaft Königsallee, Vorsitzender Peter Wienen und Geschäftsführer Karl-Heinz-Eiffler, waren trotz Einladung ferngeblieben.

Bei dem Treffen wurde auch eine zweite Idee zur Illumination gezeigt. Der Lichtkünstler Frank Alexander hat die Idee, die Gewässer an der Kö mit einer Mischung aus Wasser, vergleichbar einem großen Springbrunnen, und einer Lasershow zu illuminieren. Mitte März präsentierte Alexander seine Lasershow vor den genannten Vertretern. "Diese Lichtinstallation könnte das ganze Jahr über bestehen bleiben und etwa auf dem Landskroner Weiher stehen", sagt Michael Kain, Direktor des Steigenberger Parkhotels. Stündlich könnte die Lasershow stattfinden. Auf dem sogenannten Watershield könnten via Laser auch die Logos der Sponsoren zu sehen sein, schlägt Kain vor. "Ich kann mir vorstellen, dass auch Breuninger oder andere Mieter des Kö-Bogens daran Interesse haben. Wir müssen es schaffen, mehr Menschen außerhalb des reinen Shoppings zur Kö zu locken. Das zieht am Ende auch mehr Kunden", so Kain. Einig sind sich Schnitzler und Kain, dass die Installationen mit Licht nicht nach Las Vegas aussehen dürfen, wohl aber mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als die bisherigen Lichter.

Bauprojekte - so verändert sich Düsseldorf FOTO: Meyer Schmitz Morkramer Architekten

Vergangene Woche hatten Terrazza-Chefin Johanna Kluge und Juwelier Andreas Menze, die eine eigene Kö-Initiative gründen wollen, eine Unterwasserbeleuchtung des Kö-Grabens vorgeschlagen. Sie verbanden den Vorschlag mit Kritik an der Interessengemeinschaft Kö und deren Chef Peter Wienen.

Dieser lehnt eine Unterwasserbeleuchtung aus Gründen des Schutzes der Fische ab. Bei den anderen Illuminationsideen ist er skeptisch. "Ich bin nicht sicher, ob so etwas überhaupt genehmigungsfähig ist. Und was will man damit überhaupt erreichen", sagt Wienen. Außerdem gebe es ja bereits eine Beleuchtung der Bäume.

2014: Aldi Süd eröffnet an der Düsseldorfer Kö FOTO: dpa, mg wst

Umweltschützer Josef Tumbrinck, Chef des Naturschutzbundes NRW, hat nur in Teilen Bedenken. "Eine dauerhafte Unterwasserbeleuchtung lockt Fische an und ist sicher nicht optimal. Wenn dies nur punktuell oder zeitweise, etwa als Kunstinstallation geschieht, ist es weniger problematisch." Ein leuchtendes Schiff auf der Wasseroberfläche sei dagegen keinerlei Gefahr für die Fische im Kö-Graben.

So sieht die Tunnelbaustelle am Kö-Bogen aus FOTO: Andreas Endermann

In der Interessengemeinschaft Kö rumort es unterdessen weiter. Die Kritik am Vorstand wächst. Am Montag finden Neuwahlen statt.

Quelle: RP
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