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Düsseldorf
Ein Lichtschalter gegen Krebs

Düsseldorf. Ein Studenten-Team der Uni nimmt an einem internationalen Ideen-Wettbewerb teil. Im Oktober präsentieren die Teilnehmer ihr Forschungs-Projekt in Boston - und vorher beim NRW-Tag. Von Ute Rasch

Sie sind jung und gerade erst am Anfang ihres Studiums, aber das Forscher-Gen tragen sie alle in sich. Eine Gruppe von 22 Studierenden der Uni (überwiegend angehende Biologen und Physiker) haben eine Art Lichtschalter im Kampf gegen den Krebs entwickelt, mit dem sich - davon sind die Nachwuchs-Wissenschaftler überzeugt - die Nebenwirkungen üblicher Krebstherapien vermeiden lassen. Nun werden sie ihre Entwicklung bei einem internationalen Ideen-Wettbewerb in Boston vorstellen.

Normalerweise steht das nicht auf dem Lehrplan des vierten Semesters: ein Forschungsprojekt in einer interdisziplinären Gruppe selbstständig zu entwickeln und vor internationalem Publikum zu präsentieren, Sponsoren aufzutreiben, um das Projekt und die Reisekosten nach Boston zu finanzieren, Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Aber genau das sind die Prinzipien, nach denen der Ideenwettbewerb der amerikanischen iGEM-Foundation funktioniert, an dem nun zum ersten Mal ein Team der Uni Düsseldorf teilnimmt. "Alle Zellen des menschlichen Körpers sterben nach einer Weile, diesen Mechanismus des programmierten Zelltodes nennt man Apoptose", erläutert Erdem Sunal (21) die Ausgangssituation des Projekts. Heißt: Die Zellen bringen sich mit Hilfe eines bestimmten Proteins selber um. In Krebszellen aber ist dieses Protein gestört, dadurch kommt es zu einem unkontrollierten Zellwachstum, so kann sich ein Tumor ausbreiten. Es ist also das Ziel, mithilfe von Proteinen beim Suizid der Tumorzellen nachzuhelfen. Aber wie schafft man es, den Zelltod ganz gezielt in der Krebszelle und nicht an einer anderen, gesunden Stelle des Körpers auszulösen?

An diesem Punkt setzt die Idee des Studenten-Teams an, bei der ganz normales Tageslicht die entscheidende Komponente ist. Dabei werden die Killer-Proteine so ausgerüstet, dass sie nur aktiv werden, wenn sie auf Krebszellen treffen, die mit rotem oder blauem Licht (aus dem Tageslicht) markiert wurden. Marvin van Aalst (22): "Dadurch könnten Schäden an gesunden Zellen oder die Nebenwirkungen bisher üblicher Behandlungsmethoden wie Chemotherapie, die alle Zellen angreift, vermieden werden."

Allerdings gedeihen solche Erwartungen bisher ausschließlich auf dem Nährboden der Hoffnung. "Alles Grundlagenforschung", so die Nachwuchswissenschaftler, die mit Zellkulturen im Labor forschen. Interessant ist ihr Ansatz allemal und wird von ihren Professoren unterstützt, die Laborräume und Forschungsgeräte zur Verfügung stellen. Zumal sie sicher sein können, von dem Wettbewerb zu profitieren: durch hoch motivierte Studierende. Auch finanzielle Unterstützung bekam das Team von der Hochschule, aber auch von Sponsoren wie Bayer oder Qiagen, insgesamt knapp 50.000 Euro. Bevor die Studierenden nach Boston fliegen, wollen sie ihr Projekt beim NRW-Tag am 28. August im Haus der Universität vorstellen - und es so erklären, dass es jeder verstehen kann.

Quelle: RP
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