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Düsseldorf
Ein Mini-Eiffelturm als Zeichen der Solidarität

Düsseldorf. Von der Höhe kann der Reisholzer Eiffelturm es nicht mit dem Pariser Original aufnehmen. Das will Künstler Tony Azie auch gar nicht. Es geht dem Reisholzer darum, ein Zeichen der Solidarität für die Opfer der Anschläge von Paris vor fast vier Wochen zu setzen. Von Andrea Röhrig

Rund um sein Haus an der Buchenstraße wurden bereits am Dienstag die Backöfen angeworfen, um Kekse und Kuchen und Quiche beizusteuern für die Feier gestern Abend unter dem beleuchteten und mit Peace-Zeichen und Herzen geschmückten, weiß angemalten Eisen-Turm, der mehr als vier Meter hoch ist.

Seine Schwester lebe in Paris und sei nur deshalb an jenem Abend nicht in dem Bataclan-Theater mit den vielen Toten gewesen, weil sie Kopfschmerzen hatte, erzählt der 49-Jährige. So nah kann der Terror auch ein paar hundert Kilometer entfernt sein.

Schon vor dem Beginn des Nachbarschaftsfestes um 18 Uhr füllt sich der kleine Platz vor den beiden Garagen. In einem großen Topf wird der Glühwein auf Temperatur gebracht. Nachbarin Aline Blanc-Büth hat Vanille-Kipferl gebacken. Und zwischendrin springt der allgegenwärtige Tony herum - den Mann, den jeder in der Siedlung kennt. Vor allem deshalb, weil er jedem hilft und jedem, der an seiner Garage vorbei geht, in der er oft werkelt, einen schönen Tag wünscht.

Vor allem in den vergangenen Tagen sind viele für einen Plausch stehengeblieben. Innen schweißte Azie an dem Turm, der nun weithin ein leuchtendes Zeichen setzt. Wie er auf die Idee gekommen ist? Nebenan bei der deutsch-französischen Familie Blanc-Büth hing nach den Anschlägen eine französische Flagge im Fenster. Die sei doch viel zu klein, um ein Zeichen der Solidarität zu setzen, fand Tony Azie und dachte über Größeres nach. Dass es aber gleich ein Eiffelturm werden würde, hat er am Anfang wohl auch nicht gedacht. Natürlich hatte er Hilfe von den Nachbarn. Viele von denen sind wie Tony und Aline vor 16 Jahren mit ihren Familien in die Neubau-Siedlung mit ihren elf Reihenhäusern gezogen. "Hier wohnen Franzosen, Russen, Laoten und Deutsche", sagt der 49-Jährige, der aus Mauritius stammt. Und das Zusammenleben klappe toll. Ihn interessiere es nicht, welcher Religion jemand angehöre. Es sei wichtig, Mensch zu sein und ein gutes Herz zu haben. Wie auch der Respekt im Umgang miteinander.

Quelle: RP
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