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Düsseldorf
Ein Netzwerker für die Jugend

Düsseldorf. Seit 100 Tagen ist Lennart Welz Jugendreferent der katholischen Gemeinde Sankt Margareta. Von Henning Rasche

Lennart Welz ist ein noch junger Mann von 27 Jahren. Sein Auftritt aber wirkt sicher, zielgerichtet und souverän. In den zurückliegenden 100 Tagen musste Welz sich oft vorstellen. Denn Lennart Welz ist angetreten, um die Kinder- und Jugendarbeit in der katholischen Kirchengemeinde Sankt Margareta sanft zu erweitern. Und dazu braucht Welz ein breites Netzwerk, denn sein Wirkfeld richtet sich auf den gesamten Düsseldorfer Osten: Gerresheim, Knittkuhl, Hubbelrath, Vennhausen. Das heißt viele Hände schütteln.

Normalerweise übernimmt die Aufgabe des Jugendreferenten ein Pastoralreferent oder Kaplan. Doch Markus Herz, der Pastoralreferent der Gemeinde ist, fragte sich: "Ist es sinnvoll, die Kinder- und Jugendarbeit weiter in die Hände eines Theologen zu legen?" Er könne sich ohnehin nur nebenbei darum kümmern. Also einen Jugendreferenten engagieren - doch woher kommt das Geld dafür?

Die Gemeinde fragte beim Erzbistum Köln an. Doch von dort kam ein negativer Bescheid: keine Unterstützung möglich. Pastoralreferent Markus Herz setzte sich also mit Michael Brockerhoff, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Gerricus, zusammen. Der befand die Idee eines Jugendreferenten für sinnvoll. "Eine persönliche Ansprache der Jugendlichen ist wichtig, das unterstützt die Ziele der Bürgerstiftung", sagte er.

Auf fünf Jahre ist die Stelle nun vorerst befristet. Finanziert wird sie über Spenden. 50 Prozent des dafür erforderlichen Geldes seien bereits zusammengekommen, berichtete Brockerhoff. Darin enthalten sind bereits 12 000 Euro der Patrizia AG, die das Glasmacherviertel in Gerresheim bebauen und gestalten will. Gudrun Piesczek, die das Projekt leitet, begründete die Investition: "Damit die Menschen sich wohlfühlen ist auch eine soziale Infrastruktur notwendig."

Was aber soll ein Jugendreferent leisten? Was sind die Aufgaben von Lennart Welz? Er soll "kein Macher, sondern Ermöglicher sein", sagt Markus Herz. Kindern und Jugendlichen helfen, Projekte umzusetzen und nicht das allein übernehmen, also. "Ich unterstütze euch, ich helfe euch, aber ihr müsst das auch alleine hinkriegen" - so erläutert Lennart Welz den Jugendlichen seine Herangehensweise. Viel administrative Arbeit gehöre zu seinen Aufgaben: Anträge einreichen, Fahrten und andere Aktionen organisieren, Gelder beantragen, E-Mails schreiben. Ansonsten heißt sein Beruf aber auch vor Ort sein, Ansprechpartner sein.

"Wir wollen auf diesem Wege nicht die Kirche vollmachen", sagt Pastoralreferent Markus Herz. Klar, man habe Probleme bei der Kinder- und Jugendarbeit, "aber wir wollen nicht aufdringlich missionarisch unseren Glauben weiter tragen". Wie es nach den fünf Jahren weitergeht, ist noch offen. Vielleicht kann die Gemeinde dann das Erzbistum Köln für die Idee eines Jugendreferenten begeistern.

Quelle: RP
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