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Düsseldorf
Ein Stadtteil geht auf Kneipentour

Düsseldorf: Ein Stadtteil geht auf Kneipentour
In der Gaststätte Misch Masch lieferte die Orange Cake Band aus Köln die passende Musik zum 80er Jahre Motto der Kneipe. Sie war eine von zwölf Bands, die bei der ersten Elleraner Kneipentour auftraten. FOTO: Christoph Reichwein
Düsseldorf. Erstmals hat die Werbegemeinschaft Eller am Samstagabend zur Kneipentour mit Livemusik eingeladen. Zehn Kneipen und zwei Restaurants öffneten dazu bis spät in die Nacht ihre Türen. Nächstes Jahr soll das Ganze wiederholt werden. Von Judith Martin

Es ist zehn nach sechs, vor dem Bierhaus Hansen's an der Breslauer Straße stehen Grüppchen von Leuten um die aufgestellten Biertische, unterhalten sich, trinken Bier, essen Bratwürste. Von drinnen schallt der Klassiker "Beds Are Burning" von Midnight Oil nach draußen, gespielt vom Cover-Duo Take Two. Der Raum der Kneipe ist brechend voll, die Luft dunstig, die Stimmung entspannt. Vor der Tür warten Gäste in einer langen Schlange darauf, in das Lokal gelassen zu werden.

Das Bierhaus Hansen's hat am Samstag um 18 Uhr den Auftakt der ersten "IndividuEller Kneipentour" gegeben. Elf weitere Kneipen und Restaurants in Eller haben in den folgenden Stunden gestaffelt mit ihrem Livemusik-Programm gestartet. Das Konzept kommt von Michael Pape, der die Tour seit fünf Jahren in Hilden organisiert. Er hat selber mit seiner Band Framic in der Gaststätte En de Möhl gespielt. Wie es zu der Idee gekommen ist? "Ich habe viel in Kneipen gespielt und mir irgendwann mal gesagt, dass es doch möglich sein muss, ein Festival in mehreren Lokalen auf die Beine zu stellen", sagt er. Von der Stimmung in De Möhl ist er begeistert. "Bei so viel Andrang wird es bestimmt eine Wiederholung geben", glaubt er.

Veranstaltet wurde die "musikalische Wandernacht", wie es im Programmheft heißt, von der Werbegemeinschaft Eller. Ralf Hansen vom Vorstand ist mit dem Start zufrieden. "Ich habe sowohl von den Gastronomen als auch den Besuchern eine unwahrscheinlich positive Resonanz erhalten", sagt Hansen. Es sei geplant, die Veranstaltung im nächsten Jahr zu wiederholen. Es seien schon Anfragen fürs nächste Jahr von Gaststätten eingegangen, und es werde überlegt, die Tour auf die Randbereiche von Eller auszuweiten.

Zurück zum Hansen's: Stefan Trautner (55) ist mit seinen Freunden eine Stunde vor Beginn des Konzerts gekommen, um sich einen Platz in der Gaststätte zu sichern. "Es ist hier so voll wie an Karneval", staunt Trautner. Er will sich noch in anderen Kneipen umschauen.

In den übrigen Lokalen ist der Andrang ebenso groß und auch in den Straßen ist einiges los, wenn die Besucher von einer Gaststätte zur anderen wechseln. In der Trattoria Misch Masch steht alles im Zeichen der 80er Jahre: Poster von Michael Jackson, Alf und der Rocky Horror Show hängen an den Wänden, die Kellner und einige Gäste tragen schrille Kostüme, bunte Disco-Lichter flackern durch den Raum. Die passende Musik dazu liefert die Orange Cake Band aus Köln. Manuela Baumgarten (50) gefällt es im Misch Masch sehr. "Die Musik ist gut, es ist gemütlich drinnen, das Konzept ist super", resümiert Baumgarten.

Ruhiger geht es im Restaurant Sarajevo zu, wo das Duo "Wallflowers" sanfte Gitarrenmusik spielt. An einem Ecktisch sitzen Jörg Schäuble (45) und Bianca Bruchmann (44) vor einem Bier. Sie haben vor, in alle teilnehmenden Lokale reinzuschauen, "aber hier gefällt es uns so gut, dass wir bestimmt wieder hier landen", vermutet Bruchmann. Inhaber Sacir Omercehajic ist mit dem Verlauf des Abends zufrieden. Es seien ein paar normale Restaurant-Gäste, aber auch einige Kneipentour-Besucher da. "Die trinken allerdings meistens nur ein Bier", sagt Omercehajic.

Quelle: RP
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