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Düsseldorf
Ein Turm aus Horten-Kacheln

Düsseldorf. Künstler Christian Odzuck war beim Netzwerk-Treffen "Creative Mornings". Von Dagmar Haas-Pilwat

Er hat schon eine Pergola aus schrottreifen Lüftungsanlagen gebaut und sie als temporäre Skulptur "Geozentrik" im Park hinter dem Mönchengladbacher Museum Abteiberg errichtet. Am Grabbeplatz würde Christian Odzuck, Meisterschüler der Kunstakademie-Rektorin Rita McBride und Düsseldorfs letztjähriger Förderpreisträger, am liebsten einen Turm bauen. Und zwar aus den Aluminium-Kacheln, die jahrzehntelang die Fassade des ehemaligen Horten-Kaufhauses an der Berliner Allee zierten. "Wir haben 800 Stück vor dem Einschmelzen gerettet", sagte der 37-Jährige gestern bei "Creative Mornings", eine Reihe für Kreative, die Lisa und Rainer Kunst (Agentur Kunst und Kollegen) monatlich an wechselndem Ort mit wechselnden Themen ausrichten.

Diesmal lautete im Filmstudio der Julia-Stoschek-Collection in Oberkassel das Motto "Time". Um "Zeit" geht es bei all den Arbeiten von Odzuck. Sie ist Dreh- und Angelpunkt. Denn jedes Objekt, das er in die Stadt pflanzt, ist von vorübergehender Dauer. Odzuck bewegt sich zwischen Bildender Kunst, Architektur und Design und beschäftigt sich mit der Stadt als Erfahrungsraum, der einem permanenten Veränderungsprozess unterliegt.

So will er wissen, "was mit dem urbanen Raum geschieht, wenn ich beispielsweise den Glockenturm des Klosters an der Immermannstraße, der ja bald abgerissen wird, an anderer Stelle in einen anderen Zusammenhang bringe". Auch mit dem Turm der ehemaligen Ulmer Höh' liebäugelt er. "Den hätte ich schon gerne." Unter den Zuhörern war zum ersten Mal auch Wirtschaftsförderer Uwe Kerkmann, der sich stark macht für Düsseldorfs Kreativwirtschaft und im "Fall" Odzuck ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren für dessen temporäre Projekte in Aussicht stellte.

Quelle: RP
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