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Düsseldorf
Ein Zufluchtsort für Kreative

Düsseldorf. Die im Verein "Kunst im Hafen" zusammengeschlossenen Künstler haben Bestandsschutz.

Aktuell ist in dem Atelierhaus Reisholzer Werftstraße 77 die Jubiläumsausstellung der Kunst-Initiative "Gedok A 46" zu sehen. Und es sieht so aus, als könnten dort auch in den kommenden Jahren Vernissagen und andere Kultur-Events stattfinden. Bei der Präsentation der Ausbaupläne wurde den Künstlern des Vereins "Kunst im Hafen" am Standort ein Bleiberecht zugesichert. Allerdings wollte man sich nicht dazu hinreißen lassen, dieses Zusage in Stein zu meißeln.

Viele von ihnen hatten in den vergangenen Jahren das Aus des Atelierhauses und damit des Art-Ports bereits kommen sehen. Anfang 1992 hatten sechs Künstler von den Stadtwerken eine ehemalige Lagerhalle von Henkel überlassen bekommen. Hintergrund war, dass sie aus dem alten Zollhof raus mussten, weil sie der Entwicklung zum Medienhafen im Wege standen. Inzwischen haben sich 18 Künstler mit ihren Ateliers im Hafen niedergelassen, weitere drei Mitglieder arbeiten extern. Im Haus Nummer 73 haben Vera Herber und ihre Tochter Eve Sattler die Galerie "Töchter & Söhne" samt angeschlossenem Café aufgemacht.

Etwa hundert Meter vom Atelierhaus entfernt, in der früheren Hafenmeisterei, hat Gisela Machalz ihr Atelier. Dort fertigt sie Keramiken an. Seit 13 Jahren nutzt sie die Räume. Den Flur des Hauses schmücken zwei alte Fotos vom Hafen, die die Vornutzer dagelassen haben. "In den Spinden hing noch Wäsche und in der Spüle standen benutzte Kaffeetassen. Das sah aus, als hätten die Männer hier Hals über Kopf das Gebäude verlassen." Vielleicht wegen der Insolvenz der Firma Rheinumschlag 2003.

Machalz hat einen unbefristeten Mietervertrag, der aber jederzeit kündbar ist. Sie weiß nicht, ob der Bestandschutz für die Hafen-Künstler auch für sie gilt. Vor etwa drei Jahren hat sich ihr Bildhauer Tim Eiag angeschlossen. In seinem Atelier an der Himmelgeister Straße macht er die Zeichnungen, die Plastiken fertigt er rund um das Haus im Hafen. Seiner Meinung nach passen Kunst und Industrie bestens zusammen. Das, sagt er, dürfe man bei den Ausbauplänen für den Hafen nicht vergessen.

(rö)
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