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Düsseldorf
Einbrecher bleibt mit Lift stecken

Düsseldorf. Ein 500-Kilo-Safe sollte die Beute bei einem Einbruch in einer Bäckerei an der Nordstraße. Doch der Fahrstuhl machte nicht mit. Der Schaden für den Bäcker war trotzdem immens. Von Wulf Kannegiesser

An den Regeln der Physik gescheitert ist ein Einbrecher, der vor einem Jahr nachts an der Nordstraße auf viel schnelles Geld gehofft hatte. Dabei beging der Mann aber den Fehler, einen frisch erbeuteten Tresor aus einem Appartement-Büro in den Haus-Aufzug zu bugsieren. Das Ergebnis muss frustrierend gewesen sein: Da der Lift nur auf 375 Kilo ausgelegt war, verweigerte die Mechanik prompt den Dienst, der Aufzug blieb stecken, und der Einbrecher konnte im Erdgeschoss dann mühelos von Polizisten abgefangen werden. Zum Prozess beim Amtsgericht ist der 40-Jährige gestern nicht erschienen. Also steht Ende November ein Neustart an.

Nach vier Einbrüchen in vier Jahren hat der Chef einer Bäckerei an der Nordstraße die Nase nun voll. Erst im Juli 2014 war das Kleinbüro der Bäckerei, das gut getarnt in einem Appartement-Haus liegt, von Einbrechern geknackt worden. Bevor die Täter damals aber den Safe entdeckten, wurden sie von Anwohnern gestört und mussten flüchten. Der als nächster Einbrecher jetzt angeklagte 40-Jährige soll den Tresor dann zwar gefunden haben, aber kurz darauf am Abtransport kläglich gescheitert sein.

Auf 15.000 Euro bezifferte der Bäcker-Chef gestern den Schaden im Treppenhaus, der allein durch den unsachgemäßen Abtransport des etwa hüfthohen 500-Kilo-Safes entstanden sei. Vom Lift ganz zu schweigen, denn der sei durch die Überlast des Tresors demoliert worden, habe sich keinen Deut mehr bewegt. Als der Einbrecher dann also mit drei Geldsäckchen (je 1000 Euro Münzgeld) das Treppenhaus zur Flucht nutzen wollte, wurde der 40-Jährige dort schon von Polizeibeamten erwartet. Denn Nachbarn hatten sich längst bei der nächsten Wache über den nächtlichen Lärm beschwert, den der Angeklagte verursacht hatte. Dabei hätte sich der Diebstahl des Tresors nach Angaben des Bäckerei-Chefs nicht einmal gelohnt: "Da war kaum Geld drin, es gab da nur Papiere und Dokumente!"

Dass der glücklose Einbrecher mehrere Komplizen hatte, ist wahrscheinlich, aber nicht bewiesen. Denn ertappt wurde nur der 40-Jährige. Ob er zum gestrigen Prozess aber korrekt vorgeladen war, blieb unklar. Also startet die Richterin Ende November alles ganz neu. Und der Bäckerei-Chef hat nach dem vierten Einbruch längst aufgerüstet: "Wir haben da jetzt einen Hochsicherheitstrakt mit stiller Videoanlage, die sich lautlos einschaltet und Alarm auslöst, ohne dass Einbrecher das überhaupt merken."

Quelle: RP
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