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Düsseldorf
Einbruchszahlen gehen deutlich zurück

Düsseldorf. Im September wurden 40 Prozent weniger Taten registriert als im selben Monat 2015, fürs erste Halbjahr beträgt der Rückgang 16 Prozent. Das ist noch kein Anlass zur Entwarnung, die "Saison" hat gerade erst begonnen. Von Stefani Geilhausen

Eine Aktionswoche, sagt Polizeipräsident Norbert Wesseler, "reicht natürlich nicht". Aber die heute endenden Schwerpunkttage unter dem Motto "Riegel vor" hätten nicht nur dazu gedient, viele Bürger über technischen Einbruchschutz zu informieren. "Es war auch die Woche mit den wenigsten Einbrüchen in diesem Jahr", erklärt Wesseler gestern. Zwölf Taten, von denen sieben im Versuchsstadium stecken blieben - das ist eine Wochenbilanz, von der man voriges Jahr im Dachkommissariat nur träumen konnte. Um die 60 Fälle wurden 2015 wöchentlich bearbeitet, es war im negativen Sinne ein Rekordjahr.

Das soll sich 2016 nicht wiederholen, auch wenn die kritische Phase gerade erst begonnen hat: Im November und Dezember sind 20 Taten täglich keine Seltenheit. Bislang aber sieht es gut aus: Schon im ersten Halbjahr fielen die Zahlen deutlich geringer als im vergangenen Jahr aus (minus 16 Prozent), auch der Sommer war vergleichsweise ruhig, und im September wurden sogar 40 Prozent weniger Taten registriert als im selben Monat 2015. "Das hat sicher auch damit zu tun, dass sich die Bürger besser schützen", sagt Wesseler. Auch der hohe Versuchsanteil spreche dafür, dass Einbrecher immer öfter an guten Sicherungen scheiterten.

Dazu wollen auch die Vermieter beitragen. Die Arbeitsgemeinschaft der Düsseldorfer Wohnungsunternehmen, die rund 25.000 Wohnungen in der Stadt verwaltet, berücksichtige schon seit mehreren Jahren den Einbruchsschutz bei Neubau und Modernisierungen, versichert der Vorstand der Gemeinschaft, Manfred Franck, der die Geschäfte der Rheinwohnungsbau führt. "Wir verbauen nur Fenster und Türen mit erhöhten Widerstandsklassen, die deutlich schwieriger aufzubrechen sind", betont er. Der Landesverband der Wohnungsunternehmen hat ebenfalls gerade eine Aktions- und Informationswoche zum Thema Einbruchsschutz hinter sich und gestern zum gemeinsamen Termin mit der Polizei gebeten, mit der die Unternehmen eine Ordnungspartnerschaft verbindet.

In regelmäßigem Austausch mit der Polizei seien die Wohnungsunternehmen auch bemüht, so genannte Angsträume in ihren Anlagen zu beseitigen, beziehungsweise sie bei Neubauten gar nicht erst entstehen zu lassen, sagt Franck.

Düsseldorf ist in diesem Bereich Vorreiter, denn schon seit Jahren ist die Polizei auch beim Städtebau beratend eingebunden. Das städtische Bauamt lege dem Fachkommissariat zur Kriminalitätsvorbeugung etwa sämtliche Bauanträge im Wohnungsbereich vor, sagt der Kommissariatsleiter Wolfgang Siegmund. "Wir achten dann schon darauf, dass die freischaffende Architektur nicht mit verschlungenen Grünanlagen ideale Verstecke für die Täter schafft".

Auch mit einem historisch gewachsenen Irrglauben haben Wohnungsunternehmen und Polizei gemeinsam aufgeräumt: Die Haustür von Mehrfamilienhäusern abends abzuschließen, hält die Polizei nämlich nicht für sinnvoll, die Rheinwohnungsbau hat es sogar verboten. Feuerwehr und Rettungsdienst würden bei einem echten Notfall dadurch ausgebremst. Und Einbruchsschutz beginne ohnehin immer erst an der eigenen Wohnungstür - ins Haus, so Siegmund "kommen die Täter immer irgendwie".

Apropos Täter: Die habe man natürlich weiter im Blick, betont Norbert Wesseler. Prävention sei zwar eine wichtige Aufgabe der Polizei, aber: "Wir wollen auch die Täter fassen." Auch dabei sind die Fahnder auf Mithilfe der Bürger angewiesen, die - insbesondere bei der nun früher einsetzenden Dämmerung, der Haupttatzeit - bei verdächtigen Beobachtungen am besten sofort die 110 wählen sollten.

Quelle: RP
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