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Steigende Einbruchszahlen
Düsseldorfer Bürger wollen Wohngebiete sichern

Einbruchszahlen in Düsseldorf: Bürger wollen Wohngebiete sichern
Um fast 25 Prozent ist voriges Jahr die Zahl der Einbrüche insgesamt gestiegen, und ein Ende ist nicht in Sicht. FOTO: dpa Infografik
Düsseldorf. Die steigenden Einbruchszahlen sorgen auch in Düsseldorf für Unruhe. Einige Nachbarschaften denken darüber nach, private Sicherheitsdienste zu engagieren. Von Stefani Geilhausen und Jörg Janssen

Im Einbruchskommissariat war vorige Woche deutlich weniger zu tun als zuvor: 33 Tatorte, darunter viele, an denen die Täter scheiterten - das waren überraschend wenig. In der Woche davor zählten die Ermittler noch 55 Tatorte. Aber Illusionen macht sich die Polizei nicht. Die Saison der Dämmerungseinbrecher mag mit der Zeitumstellung zu Ende gegangen sein - aber nun wird die Zahl der Täter wachsen, die am Tag durch gekippte Fenster und offene Terrassentüren kommen.

Um fast 25 Prozent ist voriges Jahr die Zahl der Einbrüche insgesamt gestiegen, und ein Ende ist nicht in Sicht. Die Polizei setzt auf internationale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung organisierter Täterbanden aus Südosteuropa. Und darauf, dass sich die Bürger mit besserer Technik, aber auch mit ein bisschen mehr Umsicht selbst schützen.

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Der Einbruchsradar: Jeden Montag veröffentlicht die Polizei alle Tatorte der vorangegangenen Woche. Sie hofft, so auch nachträglich noch Hinweise zu erhalten und auf mehr Bewusstsein für das Thema.

Viele Düsseldorfer denken dabei aber nicht nur an einbruchsichere Fenster und Querriegelschlösser, wie sie etwa Frank Gölzners Geschäft anbietet, das dafür einen "kontinuierlichen Anstieg der Nachfrage" verzeichnet. Gölzner wohnt in Alt-Lörick, und seine Nachbarschaft hat schon überlegt, einen Container anzuschaffen, den ein Wachmann besetzt. "Unter 20.000 Euro im Jahr ging da gar nichts, wir haben die Idee rasch fallen lassen", sagt er.

"Die Anfragen im Geschäftsbereich Wohngebietssicherung haben sich im letzten halben Jahr in Düsseldorf mehr als verdoppelt", bestätigt Carsten Gronwald, Sprecher des Sicherheitsunternehmens Kötter. Und Sabine Tüllmann, die im Lotharviertel in Niederkassel wohnt, weiß warum: "Hier gibt es doch fast kein Haus mehr, in das nicht schon einmal eingebrochen wurde." Auch Tüllmanns Nachbarschaft hatte deshalb Ideen entwickelt, etwa, "wechselnde Nachbarn zu verschiedenen Uhrzeiten zwischen Theodor-Heuss-Brücke und Schwimmbad Patrouille laufen zu lassen. Das Ganze sollte über eine Handy-App gesteuert werden", sagt Monika Lehmhaus. Weil man sich über die Modalitäten nicht einig wurde, wird aber wohl nichts daraus.

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Polizei hat wenig Einwände

Grundsätzlich hat die Polizei keine Einwände gegen mehr privat organisierte Sicherheit. "Es stimmt ja, wir können nicht zu jeder Uhrzeit an jedem Ort sein", sagt Polizeisprecher Andreas Czogalla. Deshalb gehe jenseits professioneller Anbieter auch alles in Ordnung, was ins Konzept "wachsame Nachbarschaft" passe: Präsenz zeigen, mit Hunden durchs Viertel spazieren, fremde Menschen ansprechen und im Zweifelsfall die 110 wählen.

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Entscheidender noch sei die Prävention. Viele Bürger glaubten, bei ihnen sei nichts zu holen und sie selbst deshalb sicher. Dabei kommen Diebe überall dort hin, wo sie eine Gelegenheit haben. "Wer Fenster und Türen gut sichert, minimiert das Einbruchsrisiko enorm", sagt Czogalla - das gilt gerade nun, wenn die warme Jahreszeit beginnt.

Auf die wachsame Nachbarschaft im Lotharviertel will Lehmhaus auch in Zukunft setzen. "Den Postkasten leeren und die Rollläden bedienen lassen, wenn man im Urlaub ist." Apropos Urlaub: Gut möglich, dass sich die Zahlen der Vorwoche noch erhöhen, wenn die über Ostern Verreisten zurückkehren.

Quelle: RP
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