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Autofreier Sonntag in Düsseldorf
Eine Frage des Wollens

Meinung | Düsseldorf. Einen autofreien Sonntag in Düsseldorf wird es nicht umsonst geben - er wird Arbeit und Geld kosten. Aber das wäre es wert. Von Nicole Kampe

Es war nur ein kurzer Moment, beim Grand Départ, ein Augenblick der Stille - kein Auto, kein Moped, kein Bus. Und plötzlich liefen Menschen über Fußgängerampeln, die rot signalisierten; sie lachten, blieben auf der Berliner Allee stehen, warteten auf Nachzügler, quatschten mit Bekannten und mit Fremden. Ein Bild, das einmalig war und sich trotzdem eingebrannt hat in den Köpfen vieler Menschen. Die Stadt einmal anders erleben, das konnten die Düsseldorfer an dem Tag. Nur stand eben nicht die autofreie Zone im Mittelpunkt, sondern die Tour.

Welchen Effekt eine solche Aktion hat, zeigt das Beispiel "Still-Leben Ruhrschnellweg", für das 2010 die Autobahn 40 zwischen Duisburg-Homberg und Dortmund Märkische Straße gesperrt wurde. Zum großen Picknick rief man damals auf, zwei Millionen Menschen folgten der Einladung - die Bilder gingen um die Welt, und plötzlich feierten alle das autofreie Ruhrgebiet. Was die Essener vor sieben Jahren schon konnten, müsste die Landeshauptstadt doch heute umso mehr umsetzen können. Arbeit steckt dahinter, ja, und kosten wird es auch etwas. Es ist wie so oft eine Frage des Wollens.

(nika)
 
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