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Kommen Und Gehen
Eine Goldschmiedin geht jetzt zum Angeln

Kommen Und Gehen: Eine Goldschmiedin geht jetzt zum Angeln
Nach 30 Jahren als Goldschmiedin in Düsseldorf geht Barbara Schulte-Hengesbach in den Ruhestand. FOTO: Barbara Schulte-Hengesbach
Düsseldorf. Barbara Schulte-Hengesbach übergibt ihr Schmuckgeschäft an die Tochter Claudia Schmedding. Von Holger Lodahl

Altstadt Bei Claudia Schmedding kommt im März und April wohl viel Fisch auf den Tisch. Ihre Mutter, die Goldschmiedin und Schmuckdesignerin Barbara Schulte-Hengesbach, nutzt nämlich ihren vor kurzem begonnenen Ruhestand zum Angeln in den Niederlanden. "30 Jahre Barbara Schulte-Hengesbach in Düsseldorf. Es ist an der Zeit, mich zu verabschieden", sagt sie. Die 71-Jährige will jetzt in Ruhe ihrem Hobby nachgehen. Fast fünf Jahrzehnte schmückte sie mit ihren Kreationen schier unzählige Damenfinger und verkaufte ihren Schmuck auch international.

1971 hatte sie ihre Meisterprüfung gemacht, es folgte ein Diplom in Schmuckdesign und später das eigene Atelier an der Neubrückstraße. In diesem schuf sie eine Kollektion, deren Stücke bis heute recht selten sind: kinetischer Schmuck. Das sind Rringe (meist aus 750er Gelbgold), deren Brillant-Fassungen sich bewegen, ohne dass Gelenke oder Scharniere zu sehen wären. Schulte-Hengesbach wurde für ihre Arbeiten mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Staatspreis des Landes NRW. "Diese kinetischen Ringe anzufertigen bedarf viel Routine und ein sehr präzises Arbeiten", sagt Claudia Schmedding, die mit Lebens- und Geschäftspartner Andreas Lehmann das Schmuckgeschäft der Mutter übernimmt. Dann wird es auch Schmuckkollektionen des Paares Schmedding-Lehmann geben. Ganz zurückziehen wird sich Barbara Schulte-Hengesbach noch nicht. Sie werde weiterhin einen Werktisch haben, an dem sie arbeiten und kinetischen Schmuck in Handarbeit produzieren kann.

"Ich bin froh, dass meine Mutter noch zeitweise im Geschäft ist", sagt die 39-jährige Tochter. "Wir arbeiten schon viele Jahre zusammen, es ist schön, aus ihren reichen Erfahrungsschatz schöpfen zu können." Die große Verbundenheit und Wertschätzung ihrer Kunden habe beigetragen, "dass ich mein Berufsleben mit dieser mich erfüllenden Arbeit verbringen durfte", sagt die 71-Jährige. Das Geschäft bleibt bis März geschlossen. Zurzeit werden die Geschäftsräume aufwendig umgebaut. Der Fußboden etwa kommt raus, "höchste Zeit nach fast 30 Jahren", findet Schmedding. Andreas Lehmann (40) ist gelernter Schreiner, Schmedding hat eine Ausbildung als Goldschmiedin gemacht und ein Studium des Produktdesigns an der FH Düsseldorf angeschlossen. Nach der Neueröffnung dürfte Barbara Schulte-Hengesbach immer mal wieder in der Werkstatt sein - ohne feste Arbeitszeiten. "Holland ist ihr Ding, Angeln ihre Leidenschaft", sagt Claudia Schmedding.

Quelle: RP
 
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