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Düsseldorf
Eine Million Euro für Jedermann-Sport

Düsseldorf. Zwei Drittel der sportlichen Düsseldorfer sind außerhalb von Vereinen und Fitnessstudios aktiv. Deshalb will die Stadt bis 2025 in jedem Stadtbezirk eine Fläche schaffen, auf der viele Disziplinen praktiziert werden können. Von Christian Herrendorf

Das Sportverhalten hat sich grundlegend verändert. Früher standen Leistung und Wettkampf im Vordergrund, heute sind es Spaß, Gesundheit und das Naturerlebnis. Früher spielten Vereine eine größere Rolle, heute geben 68 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage der Stadt an, dass sie ihre Aktivitäten selbst organisieren. Immerhin etwas mehr als 150.000 Düsseldorfer sind Mitglied in einem Sportverein, darunter sind aber auch rund 23.000 größtenteils passive Mitglieder bei Fortuna. Viele der sich selbst organisierenden Sportler gaben an, sich nicht auf klassische Sportanlagen zu "trauen", auch wenn diese öffentlich zugänglich sind. Die Düsseldorfer Verwaltung hat daraus nun die Konsequenz gezogen und ein Programm entwickelt, mit dem in jedem Stadtbezirk eine Fläche entstehen soll, auf der für jedermann Sport angeboten wird. Knapp eine Million Euro kostet das Programm, das bis 2024 umgesetzt sein soll.

Die Lösung heißt multifunktionale Sportflächen. Damit sind Orte gemeint, an denen verschiedene Disziplinen betrieben werden können. So gibt es Spielfelder mit verschiedenen Markierungen, Toren und Körben, Plätze für Sportarten mit Netz, Flächen für Skater, Kletterer und Balancierer sowie Fitnessangebote entlang beliebter Joggingstrecken. Diese vier Typen sollen in den Stadtbezirken zu finden sein.

Für diese Angebote hat die Stadt die entsprechenden Flächen gesucht und mit Hilfe von Bürgern und Landschaftsarchitekten gefunden. 53 Vorschläge kamen durch Interviews mit Bürgern, Ideen aus dem Sportamt und von den Architekten für das gesamte Stadtgebiet zusammen. Mit elf Kriterien (von verfügbarer Fläche bis Entfernung zu Jugendfreizeiteinrichtungen) haben die Beteiligten die Vorschläge bewertet, 21 danach vor Ort angeschaut und so die Favoriten ermittelt. Die Flächen im Stadtbezirk 1 (Theodor-Heuss-Brücke) und 10 (Stettiner Straße) werden 2017 umgesetzt, die weiteren bis 2024.

Felder für verschiedene Ballsportarten soll es an sechs Standorten geben. Sie sind für die Flächen unter der Theodor-Heuss-Brücke, am Zoopark, im Freizeitpark Heerdt, am Friederike-Fliedner-Weg, an der Diepenstraße und am Hackenbruch geplant. Plätze für Trendsportarten sind für die Stadtbezirke 3, 4, 6, 9 und 10 geplant. Klettern (Bouldern), Seillaufen (Slackline) und Körperkrafttraining (Calisthenics) soll danach im WGZ-Bank-Park und an der Stendaler Straße möglich sein, Skaten und BMX fahren ebenfalls im Freizeitpark Heerdt, Rollsportarten an der Sankt-Franziskus-Straße und Parkour an der Stettiner Straße. Für den Zoopark ist neben dem Spielfeld auch eine Kombination aus markierter Laufstrecke und Freiluft-Fitness-Elementen vorgesehen.

Die Stadt wird sich die multifunktionalen Flächen auch in Zukunft etwas kosten lassen. Die Folgekosten werden auf 79.200 Euro jährlich geschätzt.

Quelle: RP
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