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Nachruf
Elisabeth Nellen hat in der Stadt viel bewegt

Düsseldorf. Man nannte sie liebevoll "charmanteste Schnorrerin der Stadt" - Elisabeth Nellen sammelte Geld gegen die Diskriminierung von AIDS-Kranken. Am Donnerstag ist die Gründerin des Förderkreises A.I.D.S. (Alle im Dienste solidarisch) beigesetzt worden. Von Stefani Geilhausen

Vor 30 Jahren hatte Elisabeth Nellen mit sieben Mitstreitern, darunter Modezar Hanns Friedrichs, einen Stammtisch ins Leben gerufen, dem später bis zu 450 Mitglieder angehörten. Sie sammelten vor allem Geld, um die Aids-Forschung, aber auch die Projekte der Düsseldorfer Aidshilfe zu unterstützen.

Die "charmanteste Schnorrerin der Stadt" hatte der frühere Oberbürgermeister Joachim Erwin die unermüdliche Vereinsgründerin einmal genannt, die viel Düsseldorfer Prominenz für ihren Kampf gegen Diskriminierung und für ein würdevolles Leben an Aids erkrankter Menschen einspannte.

Friedrichs, von dem Elisabeth Nellen 2002 den Vorsitz des Förderkreises übernahm, hatte den Chrysanthemenball zum Top-Ereignis im Düsseldorfer Charity-Kalender gemacht, Nellen prägte vor allem das Düssel-"Dorffest" im Rosengarten des Stadtmuseums. Vor vier Jahren wurde es zum letzten Mal gefeiert, der Förderkreis löste sich 2014 vor allem aus Altersgründen auf, 26 Jahre nach seiner Gründung.

A.I.D.S. hatte unter anderem das betreute Wohnprojekt von Care24 mitfinanziert, in dem sich Nellen auch nach ihrem gesundheitsbedingten Rückzug aus dem Förderkreis regelmäßig blicken ließ. Ihr war es nie nur ums Spenden gegangen, sondern auch um den persönlichen Kontakt zu Betroffenen, aber auch zu Betreuern, Pflegern und natürlich der Aidshilfe, an deren Arbeit sie stets Anteil genommen hat. Für ihr Engagement wurde Elisabeth Nellen mit dem Bundesverdienstkreuz, der Anna Luisa Medici Medaille und dem Düsseldorfer Martinstaler ausgezeichnet. Ende Februar ist sie 88-jährig gestorben.

Quelle: RP
 
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